Geschichte des Artillerie-Waffenplatzes Frauenfeld

1850 Die Thurgauer Regierung befasst sich mit der Frage der Zentralisierung des Militärunterrichtes der Thurgauer Milizen und dem dazu notwendigen Bau einer Kaserne.

1860 Zur Entlastung der Artilleriewaffenplätze Bière und Thun suchte der Waffenchef der Artillerie einen weiteren Waffenplatz in der Ostschweiz. Diese Notwendigkeit wurde durch die für 1863 vorgesehene Einführung neuer Vierpfünder Vorderladergeschütze mit gezogenem Bronzerohr und einer praktischen Schussweite von 2’400 m unterstrichen.

07. April 1861 Der Bürgerversammlung der Stadt Frauenfeld wird ein Antrag gestellt, die Initiative zum Bau einer Kaserne auf Rechnung der Stadt Frauenfeld zu ergreifen.

1861 Aus dem Thurgau bewarben sich Bischofszell, Weinfelden und Frauenfeld, Nebst der Eignung des Geländes gab die finanzielle Zusicherung der Bürgergemeinde Frauenfeld den Ausschlag für den Standort Frauenfeld.

1862 Vertragsabschluss zwischen der Schweiz. Eidgenossenschaft und der Bürgergemeinde Frauenfeld.
21. März 1863 Grundsteinlegung Kaserne Stadt: zur Erinnerung wurde eine Pergamenturkunde eingemauert. (Aufzeichnung eines Zeitgenossen)

1864 Baubeginn der Stallungen und Reitbahnen

1865 Die gesamte Kasernenanlage wird dem Bund zur Benützung übergeben und die erste Rekrutenschule beginnt.

1865 Bei Rohr wird eine hölzerne Brücke über die Thur gebaut und ein Fährhaus in der Ochsenfurt wird gebaut

1870 Mit verschiedenen Vertragstypen wurden die Waffenplatzservitute eingerichtet
(Entschädigung für Kulturland, das während den Schiessübungen gefährdet waren und nicht betreten werden durften. Für gefährdete Waldgebiete wurden keine Servitute errichtet, eine Kommission schätzte von Fall zu Fall die Waldschäden ab.)

1870/71 Interniertenlager in der Kaserne Stadt

1871 Bei der Ochsenfurt wird eine Fähre, dessen Betrieb der Scheibenwart besorgte, eingesetzt

01. Januar 1886 Die Bürgergemeinde Frauenfeld tritt den gesamten Waffenplatz an den Bund ab

1892
Häuser in der Ochsenfurt, rechte Thurseite:

  • Haus und Scheune, 550,0 a Land, Baptist Schmid
  • Mühle und Scheune, 359,5 a Land, Valentin Bättig
  • Haus und Scheune, 156,0 a Land, Heinrich Ernst

1899 Die Fähre in der Ochsenfurt wird durch einen eisernen Steg ersetzt

1905 Einführung der Gasbeleuchtung anstelle von Petroleumlampen.

1905 – 1908 Erweiterung der Abortanlagen und Einbau von je 2 Waschräumen mit Steintrögen auf den Böden B – F

1909 Erstellung der Zentralheizung

1911 Ausbau des Dachbodens (Boden über F-Boden) als Notunterkunft. Da aus Platzgründen (Dachschrägen) weder Abort- noch Wascheinrichtungen eingebaut werden konnten, wurde diese Unterkunft kaum benutzt und später wieder aufgegeben.

1918 Elektrifizierung der Kaserne, damit Ersatz der Gasbeleuchtung

1918/19 Internierungslager in der Kaserne Stadt

04. Februar 1922 Regierungsratsbeschluss über die Einrichtung eines Naturschutzgebietes im Landdreieick zwischen Thur- und Murglauf sowie der Waffenplatzstrasse

1925 Als Folge dieser Elektrifizierung musste an der Grabenstrasse, direkt an das Waschhaus (Bau III) eine Trafostation erstellt werden.

1926 Wird erstmals auf verschiedene Missstände hingewiesen, die eine Erweiterung der Kaserne verlangen.

1927 Der Baranoff-Apparat wird in der Kaserne Stadt eingebaut

1931 Die Eidg. Räte bewilligen einen Kredit für den Umbau und die Erweiterung der Kaserne

1931/32 Anbau Nordflügel an das Hauptgebäude

1940 Ausbau F-Boden. Unterteilung der Schlafräume links und rechts vom Treppenhaus durch Zwischenwände

1945 Verwundetenlazarett in der Kaserne Stadt

1945 An- und Ausbau Mannschaftsspeisesaal und Ausbildungssaal für das Schiessausbildungsgerät „Projektar“

April 1946 Erster Einsatz des Schiessausbildungsgerät „Projektar“ durch den Erfinder Oberstleutnant Gagg in der Kaserne Stadt

15. Mai 1946 Ausrüsten mit Schiessausbildungsgeräten „Projektar“

1947 Letzte Rekrutenschule für pferdebespannte Batterien

1948 Verlegung Kasernenwäscherei vom Bau III in den Bau V (ehemaliges Verwaltergebäude).
Auf der Murgwiese wird eine Theoriebaracke aufgestellt.Ausbildung der ersten motorisierten Artillerie-Rekrutenschule. Das bedingte die Erstellung einer Betriebstofftankanlage auf dem unteren Mätteli;
Umbau der Stallungen zu Batterie- und Korpsmaterialmagazinen.
Die Fouragemagazine werden Nachschublager für Heu, Stroh und Hafer der Kavallerie, Train- und Infanterietruppen.

1949/50 Die Reithallen I bis III werden zu Fahrzeugeinstell- und ID Hallen ausgebaut.

1950 Umbau Offizierskantine und Fumoir

1951 Der eiserne Steg in der Ochsenfurt wird 900 m flussabwärts versetzt und das Fährhaus abgerissen

1953/54 Vergrösserung der Abortanlagen verbunden mit der Einführung der Wasserspühlung (Wasserklosetts existieren schon seit 1912).
Sanierung der Heizungsanlage (Umstellung von Dampf- auf Wasserbetrieb).
Auf der Murgwiese wird eine weitere Barace aufgestellt.

1956/57 Von Dezember 1956 bis 24. Januar 1957: Flüchtlingslager in der Kaserne Stadt (Ungarnkrise)

1958-1960 Neubau AMP

1959 wird im Bau VI erstmals Armeeproviant für die auf dem Waffenplatz stationierten Truppen eingelagert

1960-1963 Vergrösserung des AVM im Bau VI. Belieferung der in der Nordostschweiz diensttuenden Truppen.

1961 Erstellung Geschützhalle an der Murg

1962 Uebernahme des Flugzeughangars (Silberhangar) vom AeCS

1962 Umbau Bau VII (ehemaliger Krankenstall):
2 Theoriesäle im Parterre, Instruktoren-Büros Parterre (1) und OG sowie Archivräume

1963 Erstellung Scheibenmagazin (Betonelementemagazin) bei der Kurzdistanzanlage

1965 Ersatz der altersschwachen Murgbrücke durch moderne Betonbrücke. Die Eisenkonstruktion der alten Brücke wird anfangs der 70er Jahre nach Bremgarten disloziert.

1968 Aufstellung: Theoriebaracke (Baracke V) beim Silberhangar und Theoriebaracke (Baracke IV) auf der Murgwiese
Erstellung: Scheibenmagazin (Betonelementemagazin) beim Polygon

1969 Errichtung Toilettenanlage bei der Geschützhalle an der Murg und der Artillerie Munitions Magazine auf der Allmend

1972 – 1975 Umbau Bau II:
Parterre: 3 Theoriesäle, 1 Abteilungsbüro, Material- und Küchenmagazine
1. Stock: Unterkünfte für 132 Mann, 2 Batteriebüros und 2 Toilettenanlagen

1975 Neuabu der Geschützhalle beim AMP als Ersatz der alten Geschützhalle Allmend, die wegen der Autobahn A 7 vom Uebungsgelände abgeschnitten war.

1976 Der Versuchsbetrieb mit dem Art-Sim 77 wird im B 28 in der Kaserne Stadt aufgenommen

1977 Ausserdienstsetzung der Schiessausbildungsgeräte“Projektar“

1977/78 Erstellug der Mehrzweckhalle Allmend mit einem Artillerie-Ausbildungszentrum im Untergeschoss
Sanierung (Neuanstrich) der Fasade der Kaserne Stadt

1978 Hochwasser auf der Allmend

Herbst 1978 Der Betrieb mit dem Art-Sim 77 wird im UG 19 in der Mehrzweckhalle aufgenommen

1978 Der Baranoff-Apparat wird ausser Dienst gestellt und ausgebaut

1979 Bau Tankanlage AMP und damit Aufhebung der Tankanlage unteres Mätteli
Umbau Bau I: Artillerie-Foto-Labor, 2 Theoriesäle im OG, Postlokal

1980 Errichtung Theoriepavillon beim AMP
Kauf der Liegenschaft Gattiker im „Chatzenbach“

bis 1980 Die stationierten Kommandi haben folgende Bezeichnungen: Kdo Art UOS/RS 33/233, Kdo Art UOS/RS 37/237, Kdo Art OS 3, Wpl Kdo

1981 – 1982 Die stationierten Kommandi haben folgende Bezeichnungen: Kdo Art UOS/RS 25/225, Kdo Art RS 24, Kdo Art OS 3, Wpl Kdo

1982 Letzte gezogene Rekrutenschule auf dem Waffenplatz Frauenfeld

20. – 22.08.1982 Wehrvorführung der Schweizeischen Offiziersgesellschaft.

13. Januar 1983 Brandanschlag auf Frauenfelder AMP

03. Mai 1983 Spatenstich für die Kasernenanlagen Auenfeld (1. Ausbauetappe)

1983 Abbruch der Schafstallung beim AMP

1984 Neubau Raupen- und Pneufahrzeug-Werkstatt im AMP (Areal ehemalige Schafstallung)
Bau II: Einbau FARGO-Ausbildungsanlagen
Wärmebezug für MWD-Zentrum und Kasernenanlagen Auenfeld ab ARA (Abwasserreinigungsanlage)

1984 Erstellung Panzerwaschplatz

1984 Vereinbarung mit den Ortsgemeinden Gachnang, Gerlikon, Oberwil und der Politischen Gemeinde Hagenbuch:
Sieben Feuerstellungen, die an 15 Schiesshalbtagen pro Jahr mit Artillerie-Schiessen belegt werden dürfen

1983 bis 1986
1. Ausbauetappe Kasernenareal Auenfeld:
Bau des Lehrgebäudes 1

  • Schulungsräume für Feuerleitsystem FARGO, Funk, Vermessung, Truppennachrichtendienst
  • Klassenzimmer
  • Filmsaal
  • Fahrschulsimulator FASIP und Lehranlagen für Panzerhaubitz-Fahrer
  • Büros für Instruktoren und Lehrpersonal
  • Werstätten zur Wartung der Ausbildungsinstallationen
  • Truppen- und Zeughausmagazine
  • Räume für Haustechnik

Bau der Ausbildungshallen und Ausbildungsplätze für

  • eine Feuerleitbatterie
  • eine Dienstbatterie
  • drei Geschützbatterien

Bau der Unterkünfte für drei Einheiten
Bau Ambulatorium
Bau Verpflegungsgebäude mit

  • fünf Speisesälen
  • Aufenthaltsräumen
  • Küchen
  • Kiosk und Postablage

1985 Sommer-Rekrutenschule bezieht Ausbildungshallen 1 bis 5 im Auenfeld

1986 Sommer-Rekrutenschule bezieht Unterkunftstrakte 1 bis 3, Lehrgebäude und Verpflegungsgebäude im Auenfeld

1987 Erstmals Ausbildung am Feuerleitsystem 83 FARGO, Schritt von der mechanischen zur elektronischen Schiesselementeauswertung

1987/88 Bau Oekonomiegebäude (neuer Schafstall) als Ersatz der Schaffstallungen beim AMP und Polygon
Ausbau Fahrschulstrassennetz sowie von Feuer- und Lauerstellungen für die Bedürfnisse der mechanisierten Artillerie

1988 Erstellung der Bahnverladerampe im Juch

1992 Renovation Polygon und Einbau einer Toilettenanlage
(bis ca. 1946 Kantine für Verpflegung auf der Allmend, dann Zeigerwerkstatt)
Bau VI:
Einbau Theoriesäle, Magazine für Infanteriemunition, Magazine für Armeeproviant

10. Mai 1994 Baubeginn der 2. Ausbauetappe Auenfeld

1995 bis 1997
Ausbau 2. Etappe Auenfeld:
Unterkünfte für zwei Einheiten
Einbau einer Truppenküche in den bereits in der ersten Bauetappe vorgesehenen Raum

1997 Erstellung 2. Etappe Artillerie-Munitions-Magazin in der Allmend

05. Mai 1997 Spatenstich für das Kommando- und Freizeitgebäude im Auenfeld

1996 bis 1998
2. Ausbauetappe Kasernenareal Auenfeld:
Lehrgebäude 2 mit

  • Schiessausbildungsanlage SAPH mit sechs Geschützsimulatoren
  • Schulungsräume für FARGO, Funk, Artillerie Schiesssimulator Art Sim 77
  • Lehrsaal
  • Klassenzimmer
  • Räume für Haustechnik

1998 Der Art-Sim 77 wird aus dem B 28 Kaserne Stadt ins SAPH-Gebäude verlegt
Die FARGO-Ausbildungsanlge Bau II Kaserne Stadt werden ins SAPH-Gebäude verlegt

1998 Abtretung Halle III, Bau VI und Bau VII an den Kanton Thurgau im Zusammenhang mit dem Projekt Bahnhof 2000

1997 bis 1999
Kommando- und Freizeitgebäude mit

  • Büros für Schulkommandanten und Instruktoren
  • Restaurant „Kanönli“ für Truppe und Öffentlichkeit
  • Aufenthaltsräume für die Truppe
  • Postbüro

Juli 1999 Kommando- und Freizeitgebäude wird der Truppe übergeben und das Restaurant „Kanönli“ wird als öffentliches Restaurant in Betrieb genommen

1999 Eidg Jodlerfest in Frauenfeld

1999-2000
Betankungsanlage
Anpassungen der Schulungsräume für das integrierte Artillerie-Führungs- und Feuerleitsystem INTAFF im Lehrgebäude 1

1983 – 2003 Die stationierten Kommandi haben folgende Bezeichnungen: Kdo Art UOS/RS 32/232, Kdo Art UOS/RS 37/237, Kdo Art OS 3, Wpl Kdo

Herbst 2003 Das eidg. Parlament bewilligt einen 11,8 Millionen Franken Kredit für den Bau einer Dreifach-Sporthalle im Auenfeld

01.01.2004 Die stationierten Kommandi haben folgende Bezeichnungen: Kdo Art RS 30, Kdo Art Kader S 32 (Art OS 32, Art Anw S 32), Kdo AAZ Ost

2005 Der Art-Sim 77 wird aus dem SAPH-Gebäude ausgebaut und ausser Betrieb genommen

15. April 2005 Übergabe von 15’327 Unterschriften des Komitees „Pro Waffenplatz“ in Bern

20. Juni – 17. Juli 2005 Eidg. Schützefest in Frauenfeld

Sept. bis Dez. 2005 Die Migration V findet auf dem Waffenplatz statt (Netzwerk)

Dezember 2005 Die Pinselrenovation der Kaserne Stadt wird abgeschlossen

01.01.2006 Das Verpflegungszentrum Frauenfeld nimmt seinen Betrieb auf

03.03. 2006 Am Samstag, 03. Juni 2006 um 03.20 Uhr werden die Heumagazine Nr. 1, 2 und 3 an der Militärstrasse ein Raub der Flammen.

Juni 2006 Die Artillerier-Offiziersschule verlässt den Waffenplatz Frauenfeld und wird in Thun unter dem Kdo Pz und Art Kader S 22 stationiert, die Art Anw S 32 bleibt vorläufig noch auf dem Waffenplatz Frauenfeld

2007 Das Lichtleiternetz für das INTAFF wird auf dem Waffenplatz Frauenfeld der Truppe übergeben

04. Mai 2007 Einweihung der Dreifachturnhalle im Auenfeld

14. – 24. Juni 2007 Eidg Turnfest in Frauenfeld

22.09. 2007 Besuchstag der Artillerie-Rekrutenschule 30 und „Goodbye Artillerie“

28.09. 2007 Die Artillerie-Rekrutenschule 30 verlässt den Waffenplatz Frauenfeld und wird in Bière stationiert

19.10. 2007 Die Artillerie-Anwärterschule 32 (Art UOS 22) verlässt den Waffenplatz Frauenfeld und wird in Bière stationiert und heisst jetzt Art UOS 22

144 Jahre Artillerietradition gehen zu Ende (1863 bis 2007).

01.01.2008 Das AAZ Ost (Artillerie-Ausbildungszentrum OST) wird in Waffenplatzkommando umbenannt und dem Lehrverband Führungsunterstützung 30 (LVb FU 30) unterstellt.

2010 Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld

April 2017: Baubeginn Kreisel Haubitzenstrasse / Thurstrasse

15. Mai 2017: Baubeginn für das Rechenzentrum „CAMPUS“ im Auenfeld.

August 2017: Abschluss Arbeiten Kreisel Haubitzenstrasse / Thurstrasse

27. November 2017: Grundsteinlegung für Rechenzentrum CAMPUS
Artikel Frauenfelder Woche vom Mittwoch, 29.11.2017 in PDF-Format herunterladen