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Einleitung

Dies ist die durch die Stadt Frauenfeld neben dem Hauptportal der Kaserne Stadt angebrachte Orientierungstafel. Sie ist die knappe, präzise Beschreibung der Geschichte der Kaserne und des Waffenplatzes. Macht sie nicht neugierig auf mehr?

Generationen von Artilleristen unserer Armee haben Frauenfeld und seine Umgebung in ihrer Militärdienstzeit kennengelernt. Persönliche positive Erinnerungen bleiben im Gedächtnis haften, negative Erlebnisse geraten glücklicherweise mit der Zeit in Vergessenheit oder relativieren sich von selbst. Alle diese Eindrücke sind personen-, ereignis-, zeitbezogen. Die Kenntnisse der Zusammenhänge über das Ganze gehen darob verloren. Die vorliegende Schrift soll deshalb die Entwicklungslinien des Artilleriewaffenplatzes festhalten. Sie ist keineswegs vollständig und beleuchtet schwergewichtig die Entwicklung der Teile der Artillerie, die hier ausgebildet worden sind, die Ausbildungsinfrastruktur sowie den Wandel in der Ausbildung. Sie ist allen gewidmet, die hier Dienst geleistet oder beruflich gearbeitet haben. Darum sind auch Namen eingestreut. Die Inhalte geben nur die Meinung und Wertung des Autors wieder und sind weder Verlautbarungen des VBS noch militärischer Stellen.

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Orientierungstafel beim Haupteingang Kaserne Stadt

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Schulemblem aus der Zeit der gezogenen Artillerieschulen

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Unsere Schutzpatronin die hl. Barbara

Daten zur Geschichte des Waffenplatzes

1850 Der Regierungsrat prüft die Einrichtung einer Kaserne. Die Bürgergemeinde
Frauenfeld bietet das nötige Bauholz an, wenn diese nach Frauenfeld zu stehen kommt. Schliesslich lehnt die Regierung die Zentralisierung der Ausbildung im Kanton aus finanziellen Gründen ab.

1860 25. Oktober: Der Bundesrat schreibt der thurgauischen Regierung, dass Artillerie-Kurse nach Frauenfeld verlegt würden, falls dort eine ausreichend grosse Kaserne gebaut würde.

1861 7. April: Der Bundesrat fragt die Kantone an, ob sie im Stande seien, für den Unterricht einzelner Waffengattungen die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Darauf wird in der Bürgergemeinde Frauenfeld die Initiative zum Bau einer Kaserne ergriffen.

22. September: Bürger- und Einwohnergemeinde Frauenfeld halten eine Versammlung zum Thema Kasernenbau ab. In einem Schreiben an den Regierungsrat wir darauf das Bedürfnis der Stadt nach einer Kaserne signalisiert und man erklärt sich bereit, dafür finanzielle Opfer zu bringen.

9. Oktober: Der Regierungsrat beschliesst, mit dem Bund in Bezug auf die Übernahme von militärischen Schulen und Kursen Verhandlungen aufzunehmen.

23. Oktober: Der Bund teilt dem Regierungsrat mit, dass eidgenössische Kurse in den Thurgau verlegt würden, sobald dieser einen entsprechenden Waffenplatz habe.

November: Die Gratisbroschüre „Beleuchtung der Kasernenfrage“ des „Vereins strebsamer Bürger“ erscheint in einer Auflage von 300 Exemplaren.

5. November: Öffentliche Besprechung der „Kasernenfrage“ in Frauenfeld.

18. Dezember: Auf Empfehlung des „Comité zur Betreibung der Kasernenbaute in Frauenfeld“ beschliesst die Bürgergemeinde, Verhandlungen mit dem Bund aufzunehmen. – Die Anforderungen des Bundes gehen schliesslich weit über die ersten Pläne hinaus. Verschiedene zusätzliche Gebäude, Strassen und Ausbildungsplätze werden ins Projekt einbezogen.

19. Dezember: Der Verwaltungsrat der Bürgergemeinde Weinfelden bietet dem Regierungsrat einen Waffenplatz an.

24. Dezember: Frauenfeld erklärt sich gegenüber dem Regierungsrat bereit, eine Kaserne auf eigene Rechnung zu erstellen.

1862 2. Januar: Artilleriehauptmann Braun aus Bischofszell schreibt nach Bern, seine Stadt sei für einen eidgenössischen Waffenplatz geeignet.

11. Januar: Oberst-Artillerieinspektor Hans Herzog berichtet nach Bern, Bischofszell komme als Standort für einen Waffenplatz nicht in Frage. Weinfelden schon eher. Frauenfeld sei dafür aber mit Abstand am geeignetsten. Er schlägt vor, sofort mit Weinfelden und Frauenfeld Verhandlungen aufzunehmen.

11. Februar: Herzog hakt nach und fordert, dass möglichst bald mit einem der beiden Orte ein Abkommen geschlossen werde.

1. März: Der Regierungsrat erklärt, am Bau einer Kaserne bestehe ein öffentliches Interesse. Die Unterbringung der kantonalen Truppen bleibt aber weiterhin ungeregelt.

2. März: Weinfelden zieht seine Bewerbung deshalb zurück.

30. April: Die Bürgergemeinde Frauenfeld ermächtigt den Verwaltungsrat 400’000 Franken Anleihen aufzunehmen und das Projekt Kasernenbau „unbedingt“ zu realisieren. Ein Antrag auf Verschiebung des Geschäfts bleibt chancenlos.

18./21. Mai: Ratifizierung des Vertrags zwischen der Bürgergemeinde und der Eidge-nossenschaft. Kurz vor dem Zusammentritt der Bürgerversammlung am 18. Mai publiziert Oberstleutnant Friedrich Rogg eine Kostenberechnung, die deutlich über den optimistischen Schätzungen der Kasernenbefürworter liegt, vermag damit aber keinen Aufschub der Ratifikation zu erzwingen. In der Folge zeigt sich, dass Roggs Zahlen weitaus genauer waren als diejenigen der Projektbefürworter.

22. November: Beim Regierungsrat gehen Expropriationsbeschwerden aus Langdorf ein. Am 17. Dez. kommt es zwischen den Parteien zu einer Einigung ohne dass Enteignungen nötig sind.

1863 21. März: Grundsteinlegung für den Kasernenbau. In den Grundstein werden „Zeitnotizen“ eingelegt. Zur Feier des Tages werden 22 Kanonenschüsse (für jeden Kanton einen) auf Kosten der Bürgergemeinde abgefeuert.

Juni: Eine erste Beschwerde wegen zu weit geflogener Geschosse aus Pfyn geht ein. Es werden Signalisationsregelungen an Schiesstagen und bauliche Massnahmen getroffen.

1864 Sommer: Der Bundesrat leistet nun auch finanzielle Unterstützung an kantonale Truppenzusammenzüge – zur besseren Auslastung der Kasernen.

1865 10. Mai: Eröffnungstag der ersten eidgenössischen Artillerierekrutenschule. Rund 300 Mann aus den Kantonen Zürich, Luzern, Solothurn und Baselland rücken in Frauenfeld ein.

1868 Die Übungsplätze müssen vergrössert und ein neues Zeughaus muss gebaut werden. Die Gesamtkosten für den Bau des Waffenplatzes steigen damit auf 800’000 Franken; der Bund verpflichtet sich dafür zur Zahlung von 20’000 Franken Pachtzins bis

1888. Es wird sich zeigen, dass dieser Zins zu tief angesetzt ist. Bereits bis 1875 entstehen der Bürgergemeinde aus dem Betrieb des Waffenplatzes finanzielle Lasten, die sie zu erdrücken drohen.

1871 1. Februar: Der Übertritt der „Bourbaki-Armee“ beginnt vor allem bei Les Verrières. Die Armee, immerhin rund 87’000 Mann, wird entwaffnet und interniert. Internierte sind auch in der Kaserne Stadt einquartiert. Vor der St. Anna-Kapelle bei der St. Laurentius-Kirche Oberkirch erinnert ein Stein mit den Namen der in Frauenfeld verstorbenen französischen Soldaten an diese Zeit.
Bei der Ochsenfurt wird eine Fähre eingesetzt. Der Scheibenwart betreibt sie.

1872 Die Ortsgemeinde Langdorf erstellt die erste „Militärbrücke“ über die Murg. Es ist eine Stahlfachwerkbrücke. Der Weg ins Kurzdorf ist Zugang zum Langdorfer Kulturland in den Thurauen und dient zudem der Truppe. Bei Artillerieschiessen ist er gesperrt. Dies hat immer wieder Anlass zu Diskussionen gegeben. Erst die Brücke Zeughausstrasse (1938) bringt eine echte Ausweichmöglichkeit. Vorher (seit 1858) besteht dort nur eine Fussgängerverbindung über den Steg des Altermatt’schen Wehrs.

1874 In der neuen Bundesverfassung wird die allgemeine Wehpflicht verankert. Die gesamte Ausbildung wird Bundessache.

1875 Januar: Versuche, Verkaufsverhandlungen aufzunehmen, scheitern an der Finanzknappheit des Bundes, der mit der neuen Verfassung viele neue Aufgaben – und damit finanzielle Verpflichtungen – übernommen hatte.

1883 Bürgerpräsident Karl Vogler und Major Johann Ulrich Wehrli nehmen im Auftrag der Bürgergemeinde mit dem Bund erneut Verkaufsverhandlungen auf, die Ende 1885 abgeschlossen werden können.

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Kaserne Stadt 1903 (Postkarte)

1885 1. Dezember: Botschaft des Bundesrats zum Kauf des Waffenplatzes Frauenfeld für 620’000 Franken.

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Waffenplatzgebiet 1886

14. Dezember: Die eidgenössischen Räte stimmen dem Kauf des Waffenplatzes zu. Er geht per 1. Jan 1886 in den Besitz des Bunds über. Für die Bürgergemeinde ist es ein eigentlicher Notverkauf. Sie trägt an den Schulden, die aus dem Verlustgeschäft bleiben, bis deutlich ins 20. Jahrhundert.

1890 – 1908 Erwerb grosser Teile der Allmend durch den Bund.

1899 Die Fähre in der Ochsenfurt wird durch einen eisernen Steg ersetzt, den man um Beschädigungen durch Artillerieschiessen mit den grösseren Kalibern vorzubeugen, 1959 900 m flussabwärts versetzt.

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Militärbrücke über die Murg: Militärstrasse. Das von der Stahlfachwerkbrücke erhalten gebliebene Medaillon erinnert an die ehemalige Ortsgemeinde Langdorf, in deren Gemarkungen grosse Teile des Übungs- und Schiessgelände liegen. Je ein Medaillon war in Brückenmitte flussaufwärts bzw. flussabwärts angebracht.

1908 Durch Meliorationen und den Ausbau der Hochwasserschutzbauten wird eine intensive Landwirtschaft im Thurvorland möglich. Damit werden weite Teile davon der militärischen Nutzung entzogen. Deshalb verlangt der Bundesrat mit Botschaft vom

20. Mai 1908 von den Räten den Erwerb eines günstigeren Schiessplatzes im Raum Kloten/Bülach.

1909 – 1910 Der Waffenplatz Frauenfeld wird im Westen bis in den Raum Galgenholz ausgedehnt.

1914 Ende Bestellung einer Kommission für die Bepflanzung der eidgenössischen Waffenplätze. Präsident: Oberst a.D. Viktor Fehr, damaliger Eigentümer der „Kartause Ittingen“, die als Mustergut gilt.

1915 – 1919 Bepflanzung des Waffenplatzes mit Getreide und Kartoffeln unter dem Kommando von Oberst a.D. Viktor Fehr. Unter den Feldarbeitern befinden sich auch deutsche Internierte.

1918/19 Wieder einmal dient die Kaserne Stadt als Interniertenlager.

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Die „Grosse Allmend“ wird als Beitrag zur Erhöhung des Selbstversorgungsgrads der Schweiz im ersten Weltkrieg, unter den Pflug genommen: Saurer Traktor mit 4-Scharen Ott-Pflug

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Waffenplatzgebiet 1930

1931 – 1933 Umbau und Erweiterung der Kaserne für 550’000 Franken. Die Machart wird als „flotter sachlicher und dauerhafter Bundesstil“ bezeichnet.

1941 – 1945 „Anbauschlacht“ auf der Allmend nach dem „Plan Wahlen“.

1947 Entlassung der letzten „pferdegezogenen“ Rekrutenschule. Minimaler Umbau der Stallungen in Garagen, Theoriesäle, Magazine und Einstellhallen.

1950 – 1953 Mit dem Bau des Flughafens Zürich-Kloten wird die Artillerie von dort verdrängt. Dies bringt eine bedeutende Erweiterung des Waffenplatzes Frauenfeld mit sich. Wegen der dafür nötigen zahlreichen Landabtretungen kommt es zu zähen Verhandlungen. Die Erweiterung ist auch durch die Neubewaffnung der Artillerie bedingt. Geschütze des Kalibers 7.5 cm verschwinden bei der mobilen Artillerie und werden durch solche des Kalibers 10.5 cm ersetzt. Die 10.5 cm Haubitze wird bis zur Umrüstung auf die mechanisierte Artillerie das Standardgeschütz des Waffenplatzes Frauenfeld.

1954 – 1957 Das Eidgenössische Militärdepartement (EMD) schliesst mit der Munizipalgemeinde Frauenfeld (Stadt Frauenfeld) einen neuen Schiessplatzvertrag ab. Er ersetzt den Vertrag vom 8. Februar 1909 und fasst alle Erweiterungen und Änderungen der letzten Jahre zusammen. Die Artillerieschiessen werden darin auf jährlich 80 Halbtage begrenzt. Weiter werden die Nutzungen des Galgenholzes, den Bau der Umfahrungsstrasse Galgenholz (Thurstrasse) zugunsten der Stadt, der Kleinen Allmend sowie der militärische Verkehr, Absperrungen bei Schiessen, Signalisation und Publikation geregelt. Dabei fällt ein Detail auf: die Stadt Frauenfeld genehmigt den Vertrag in der Gemeinderatssitzung vom 22. September 1954, währenddem das EMD ihn erst am 7. November 1958 unterzeichnet und Bundesrat Chaudet ihn dann am 18. Dezember 1958 genehmigt…

1956 Dezember bis 24.1.1957: Flüchtlinge aus Ungarn (Ungarnkrise) finden eine erste Aufnahme in der Kaserne Stadt.

1961 Neubau einer Geschützhalle an der Murg.

1972 Die Kaserne Stadt erhält moderne Brandschutzeinrichtungen. Zudem erhalten die der Stadt zugewandten Fassaden einen freundlicheren Anstrich. Die ehemaligen, knapp an Unterkunftsbedürfnisse angepassten Stallungen (Bau II) entlang dem „Unteren Graben“ werden zeitgemäss renoviert.

1974 Neubau einer Geschützhalle beim AMP.

1977 Bau eines Mehrzweckgebäudes bei der „alten Geschützhalle“ an der Waffenplatzstrasse. Es umfasst eine Militärsporthalle und in einem Untergeschoss ein Zentrum für die Feuerleitausbildung mit Unterkunftsteil. Dieses Zentrum ist multifunktional. Es dient auch als Kommandoposten beispielsweise für Übungsleitungen, für Arbeitstagungen, als Unterrichtsräumlichkeiten usw.

1980 Bau eines Theoriepavillons beim AMP. Er enthält vorerst auch die Ausbildungsanlagen für den Artilleriewetterdienst.

1982 Die eidgenössischen Räte bewilligen die Mittel für die erste Ausbauetappe des Waffenplatzes Frauenfeld entsprechend den Bedürfnissen der mechanisierten Artillerie.

1983 Erste mechanisierte Rekrutenschule ausgerüstet mit der 15.5 cm Panzerhaubitze in Frauenfeld.

1984 September: 13 Mit den Ortsgemeinden Gachnang, Gerlikon, Oberwil und der politischen Gemeinde Hagenbuch ZH schliesst die Eidgenossenschaft Verträge über „Aussenfeuerstellungen“ ab. Sie ermöglichen Schiessübungen an maximal 15 Schiesshalbtagen mit Schussweiten bis ca. 7 km, wobei die Flugbahnen über die Stadt Frauenfeld führen, was einmalig ist. Aus den Feuerstellungen des Waffenplatzgeländes sind seit der Erweiterung 1950 – 1953 lediglich Schussdistanzen bis ca. 3.3 km möglich.
Schiessen aus Feuerstellungen ausserhalb des Waffenplatzes in den Frauenfelder Zielraum waren in früheren Zeiten durchaus üblich, beispielsweise von Waldrändern südlich Unterherten und aus dem Raum Thundorf. Vor 1930 wurde sogar aus feldmässigen Stellungen südlich von Hüttwilen und Stammheim in das Seen- und Moor-gebiet des Hüttwiler-, Nussbaumer- und Hasensees geschossen. Dieses Schiessgelände ist aber bereits damals aus Naturschutz- und Sicherheitsgründen aufgegeben worden. Viel später, beim Bau der A7, ist selbst deren Trassee westlich von Frauenfeld als Feuerstellung genutzt worden.
Die Gachnanger und Gerlikoner „Aussenfeuerstellungen“ werden vor allem für Prüfungs- und Inspektionsschiessen genutzt. Solche Schiessübungen sind Ausbildungs-höhepunkte. Nur grössere Schussdistanzen lassen die innen- und aussenballistischen Einflüsse auf die Flugbahnen der Geschosse spürbar werden. Die technischen Mittel der Artillerie erlauben es, solche Einflüsse wie Abweichungen von der Sollanfangsgeschwindigkeit der Geschosse sowie Einflüsse der wechselnden Luftdichten, der unterschiedlichen Stärke und Richtung des Windes über alle Flughöhen während der ganzen Flugzeit zu erfassen. Werden diese Einflüsse berücksichtigt, kann mit dem ersten Feuerschlag, also überraschend, Wirkung im Ziel erreicht werden. Diese Wirkung mit dem ersten Feuerschlag ist ein absolutes Muss. Feuerleitstellen und Artilleriewetterzüge sind hier besonders gefordert. Allerdings weisen die Stellungen für die mechanisierte Artillerie gewichtige Nachteile auf. Ihre Gefechtstechnik „Schiessen und Verschwinden“ kann dort kaum geübt werden. Die Topografie, das beschränkte Strassennetz, auf das man vertraglich fixiert ist, sind Hauptgründe dafür. Nachdem zwischen 1997 und 2003 auch noch technische Sicherheitsfragen mit den neuen langen Rohren der Panzerhaubitzen zu klären sind und der Ausbildungsrhythmus der „Armee 95“ andere, tiefere Ausbildungsziele setzt, finden seit dem Herbst 1997 keine Schiessübungen von dort her mehr statt. Rein sicherheitstechnisch wären sie heute aber durchaus wieder möglich.

1983 – 1986 Die Kasernenanlage „Auenfeld“ entsteht. Der Landerwerb war auch dieses Mal alles andere als einfach. Dank dem Verhandlungsgeschick von Ständerat Hans Uhlmann, der als Vermittler das Vertrauen aller Parteien gewann, konnte die Sache zum Guten gewendet werden. Antoniol+Huber+Partner, Architekten BSA/SIA, Frauenfeld gewinnen den Architekturwettbewerb und führen das Projekt aus. Es entsteht für 68 Millionen Franken reine Baukosten als 1. Bauetappe:

  • Lehrgebäude 1 mit Schulungsräumen für das Artilleriefeuerleitsystem 83 „FARGO“, Funk, Vermessungs- und Truppennachrichtendienst, Klassenzimmer, Filmsaal, Fahrschulsimulator für Panzerhaubitzen „FASIP“, Arbeitsplätze für Lehrpersonal, Werkstätten für Wartung der Ausbildungsinstallationen, Truppen- und Zeughaus-magazine, Räume für Haustechnik;
  • Ausbildungshallen und -plätze für eine Feuerleitbatterie, eine Dienstbatterie, drei Geschützbatterien;
  • Unterkünfte für drei Einheiten;
  • Ambulatorium;
  • Verpflegungsgebäude mit fünf Speisesälen, Aufenthaltsräumen, Küchen, Kiosk und Postablage;
  • Wache;
  • Hausmeisterei.

Eine sehnlichst gewünschte Sportanlage fällt allerdings dem Rotstift zum Opfer.

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Der Waffenplatzkommandant, Oberst i Gst Hans Tiefenbacher, meldet Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz. Neben ihm steht der Waffenchef der Artillerie, Divisionär Daniel Jordan.

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Bundesrat Delamuraz schreitet zusammen mit dem Waffenchef der Artillerie die Ehrengarde ab. Begleitet werden sie von Divisionär Hans Dürig, Unterstabschef im Stab der Gruppe für Ausbildung.

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Die Ausbildungshalle 1 ist Festsaal geworden.

1995 – 1997 wird für die Bauinvestionssumme von 14 Millionen Franken als 2. Bauetappe gebaut:

  • Unterkünfte für drei Einheiten;
  • Einbau einer Truppenküche in den bereits in der ersten Etappe dafür vorgesehenen Raum.

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Kasernenanlage Auenfeld.

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Kaserne Stadt heute.

1996 – 1998 entstehen mit einem Baumvolumen von 13 Millionen Franken als 3. Bauetappe:

  • Lehrgebäude 2 mit Schiessausbildungsanlage „SAPH“ mit sechs Geschützsimula-toren, weitere Schulungsräume für das Artilleriefeuerleitsystem 83 „FARGO“, Einbau eines Artillerieschiess-Simulators „Art SIM 77“ zur Ausbildung der Schiess-kommandanten, Funk;
  • Lehrsaal;
  • Klassenzimmer;
  • Räume für Haustechnik.

1997 – 1999 baut man für 15 Millionen Franken als 4. Bauetappe das Kommando- und Freizeitgebäude mit Büros für Schulkommandanten und Lehrpersonal, Restaurant für Truppe und Öffentlichkeit, Aufenthaltsräume für die Truppe, Postbüro.

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Blauer Platz mit schwebendem Betonbalken von Jürg Altherr. Der Künstler nein sein Werk „Verhängnis“ , der Soldatenmund tauft es in „Bedrohung“ um.

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Haupteingang mit Hausmeisterrei (links) und Wache (rechts).

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Kommandogebäude

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(links) Das Waffenplatzgebiet heute, (rechts) letzte Waffenplatzkarte von 1998

1999 30. April: Die Bürgergemeinde der Stadt Frauenfeld tritt der Eidgenossenschaft im Wertaustauschverfahren Land nördlich der Kaserne Auenfeld ab und erwirbt dafür das „Mätteli“ bzw. das in Artilleristenkreisen so genannte „Obere Mätteli“ bei der Kaserne Stadt. Sie erhält damit für die Stadt Raum für einen Grossparkplatz an zentralster Lage. Die Armee kann ihrerseits ein Projekt für eine Sportanlage mit Sporthalle weiterverfolgen, die unmittelbar an die Unterkünfte im Auenfeld anschlösse und für den Dienstablauf der stationierten Truppe grosse Vorteile böte. Das Projekt zerschlägt sich jedoch wegen Problemen mit dem Baugrund, vor allem mit dem Grundwasserschutz, und der Forderung nach zivilen Mitnutzungsmög-lichkeiten, die aber an diesem Standort nicht möglich wären. Hervorzuheben ist, dass einmal mehr die Bürgergemeinde ein Waffenplatzprojekt aktiv unterstützt.

1999 – 2000 werden für 4 Millionen Franken als 5. Bauetappe errichtet

  • Betankungsanlage;
  • Anpassung von Schulungsräumen an das „Integrierte Artillerieführungs- und Feuerleitsystem“ (INTAFF) und Einbau von Ausbildungseinrichtungen für den Artilleriewetterdienst.

Mit Ausnahme spezieller technischer Installationen und Anlageteilen konnten die Auf-träge für alle fünf Bauetappen mehrheitlich in der Schweiz vergeben werden.

2001 – 2007 Unterhaltsarbeiten an der Kaserne Stadt sind nicht mehr weiter aufzuschieben. Saniert werden die von den zuständigen kantonalen Ämtern längst abgesprochene Heizung und die den Hygienevorschriften nicht mehr genügenden Küchen. Die sanitären Einrichtungen werden auf einen heutigen Standard gebracht. Die Unterkünfte erhalten eine „Pinselrenovation“. Zudem werden alle Büros, Arbeitsräume und Theoriesäle für den Einsatz von EDV-Mitteln vorbereitet und vernetzt. Bedeutend ist die Renovation der Krankenabteilung. Sie dient jetzt nicht nur dem ganzen Waffenplatz sondern wird zum medizinischen Zentrum der Region (MZR) mit zwei vollamtlichen Ärzten, die die militärmedizinische Versorgung im Raum Ostschweiz sicherstellen. Der Aufwand für alles beträgt ca. 4 Millionen Franken.
Wie schon früher immer finden laufend Verbesserungen an der Ausbildungsinfrastruktur statt. So entsteht im Raum Galgenholz sowie links und rechts der Murg ein System von Feuerstellungen mit befestigtem Wegnetz, das die Möglichkeit zum Basistraining der beweglichen Gefechtstechnik im Stellungsraum „Schiessen und Verschwinden“ stark verbessert. Weiter werden Geländefahrschulstrecken für Pneu- und Raupenfahrzeuge realisiert. Dabei zeigt sich erneut, dass militärische Ausbildung sowie Natur- und Artenschutz keine Gegensätze sein müssen. Dank bester Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachleuten können mit diesen Fahrschulstrecken gleichzeitig Lebensräume für Amphibien geschaffen oder verbessert werden. Es entsteht das erweiterte Amphibienschutzgebiet „Galgenholz Nord“. Die Kurzdistanzschiessanlagen für Infanteriewaffen sind jetzt an die Ausbildungsbedürfnisse des Sturmgewehrs 90 angepasst. Diese Anlagen können dank dem eidgenössischen Schützenfest, das 2005 auf dem Waffenplatz stattfindet, noch ergänzt werden.
Das Waffenplatzgebiet umfasst heute ungefähr 500 ha. Davon sind 220 ha landwirtschaftlich genutzt. Im Gebiet befinden sich auch drei Naturschutzgebiete: das Amphibienschutzgebiet Galgenholz Nord, das Gebiet Gil und das Thurreservat von immerhin ca. 105 ha. Es besteht aus Auenwald, Magerwiesen und Schilfgebiet mit sehr vielfältiger Flora und Fauna.

2005 15. April: Ein Komitee „Pro Waffenplatz Frauenfeld“ reicht dem Bundesrat eine Petition ein. Nachdem das neue Stationierungskonzept des VBS mit seinen reduzierten Standorten und Einrichtungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird, sammelt das Komitee in Stadt und Region innert vier Wochen über 15’000 Unterschriften. Die Petition wendet sich gegen den Abzug der Artillerie aus Frauenfeld und dem damit verbundenen Abbau. Der Waffenplatz soll weiterhin und langfristig als tragende Ausbildungsstätte der Artillerie genutzt werden. Die angekündigte künftige Belegung stelle keinen vollwertigen Ersatz dar. Die Petition mit ihrer Argumentation wird freundlich entgegengenommen. Folgen hat sie natürlich keine.

2006 03. Juni: Zwei ehemalige Fouragemagazine Ecke Militär-, Waffenplatzstrasse brennen ab. Die Brandursache bleibt ungeklärt. Ist dies ein Fanal zum Niedergang des Waffenplatzes?

2007 4. und 5. Mai: Ein ersehnter Wunsch geht in Erfüllung. Die Sportanlage Auenfeld wird eingeweiht. Westlich der Ausbildungshallen fügt sich der neue Bau streng den städtebaulichen Vorgaben der bestehenden Waffenplatzbauten in die Landschaft ein. Nebst 150 Parkplätzen, Kombispielplatz, Beachvolleyballfeld, Fussballplatz und Rundbahn ist eine Sporthalle mit einer Spielfläche von 49.00 x 32.60 m und freier Höhe von 9.60 m entstanden. Für die drei unterteilbaren Hallen stehen die nötigen Nebenräume auf zwei Geschossen zur Verfügung. Die Halle bietet auf den zwei Längsseiten Platz für 1’500 Zuschauer. Das Konzept verbindet die militärische sowie die zivile sportliche Nutzung. Die Anlage ist durch den spezialisierten Architekten Roger Gut, maj Architekten AG, Düdingen konzipiert worden. Er hat den Architekturwettbewerb mit 21 Teilnehmenden gewonnen. Der Ausbau entspricht nicht dem deutlich tieferen Militärstandard. Die zusätzlichen Anforderungen, die es ermöglichen auch Hallenwettkämpfe bis hinauf zu nationalem und internationalem Niveau durchzuführen, finanziert die Stadt Frauenfeld, die zu den Gesamtkosten von 12.7 Millionen Franken 950’000 Franken beiträgt und sich selbstverständlich dafür Nutzungsrechte sichert. Die den zivilen Bedürfnissen angepasste Sportstätte liegt nun allerdings ausserhalb des umzäunten militärischen Bereichs. Es bleibt zu hoffen, dass das nicht zu unterschätzende Konfliktspotential zur Nutzung und zu den Prioritäten dazu zwischen Stadt und Waffenplatz nie eskaliert.

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Sportanlage Auenfeld: Sporthalle mit Teilen der AUssenanlagen von Nordwesten her gesehen; links davon steht die Ausbildungshalle 5.

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Der Waffenplatz aus der Vogelschau Blickrichtung Nordost. Vor der Kasernenanlage Auenfeld liegt das „Galgenholz“ mit seinen Feuer- und Lauerstellung sowie mit der Geländefahrschulstrecke in Kombination mit einem wichtigen Amphibienschutzgebiet. Vorne rechts hinter der A7 im und neben dem Gelände befinden sich die Feuerstellungen und das Strassennetz *Paddock“. Links der Murg ziehen sich bis zur Kläranlage der Stadt Frauenfeld weitere Feuer- und Lauerstellungen mit dem zugehörigen Wegnetz hin. In die Bildtiefe erstreckt sich die „Grosse Allmend“ bis zur Thur. Wir erkennen die Pferderennbahn und die Kurzdistanzschiessanlagen für Infanteriewaffen. Der geschützte Auenwald begleitet die Thur. Im Hintergrund rechts ist vor und hinter der Thur der Zielraum für Artillerieschiessen zu erkennen. Er endet an der Kuppe „Mettlen“. Vom „Galgenholz“ bis „Mettlen“ sind es knapp vier Kilometer. Das ganze Waffenplatzgebiet ist ein gestalteter Naturpark mit vielfältiger Nutzung. Der militärische Ausbildungsbetrieb ist nur ein Teil. Landwirtschaft, Sport aller Art, manigfaltige Erholungs- und Freizeitaktivitäten spielen ihre bedeutende Rolle. Dazu kommen Grossveranstaltungen. Es sei an Openairs, an das eidgenössische Hornusser-, Schützen- und Turmfest der letzten Jahre erinnert. Weitere werden folgen.

Vom 02. Juli bis 28. Sept. findet mit der Art RS 30 die letzte Artillerierekrutenschule auf dem Waffenplatz Frauenfeld statt.
22. Sept. Die Artillerie verabschiedet sich mit einem Anlass für die Öffentlichkeit von der Bevölkerung von Frauenfeld und der Waffenplatzregion.

Entwicklungslinien der Artillerie
Abgrenzung

Benützung, Ausbau und Umgestaltung des Waffenplatzes folgen der Entwicklung der Artillerie sowie der dadurch bedingten Veränderungen der Ausbildungs- und Übungsbedürfnisse. Es seien deshalb hier die dafür wesentlichen Entwicklungen anhand von Beispielen aufgezeigt. Die Fülle des Materials zwingt selbstverständlich zu starker Beschränkung. Vollständigkeit ist nicht angestrebt. Stichworte zeigen die Vielfalt der Thematik: Geschütze, Munition, Feuerleit- und Schiessverfahren, Einflüsse neuer Technologien auf alle Beeiche der Ingenieurskunst, Aufkommen der Elektronik, Optronik, Miniaturisierung aber auch sich ändernde Bedrohungen auf dem Gefechtsfeld, die Entwicklungen des Artillerieeinsatzes, der Führung- und Feu-erführung, der Gefechtstechnik, der Logistik usw. Wenn wir heute von der Artillerie sprechen, sprechen wir von einem Waffensystem und unterscheiden Systemteile gemäss Tabelle unten:

Waffensystem Artillerie der Schweizer Armee
Beobachtungs- und Aufklärungsmittel Feuerführungs- und Feuerleitmittel Feuermittel Logistikmittel

SKdt mechanisiert in SKdt Fz:
Ausrüstung
– Beobachtungs- und Aufklärungsausstat-tung (BAA) mit Sensorkopf, Be-dienanzeigegerät, Wärmebildgerät, CCD-Videokamera zur Zielentdeckung, Zielerkennung, Ziel-identifikation
– Laserentfernungs-messer (LEM)
– Navigationssystem

SKdt motorisiert:
Ausrüstung
– Zielvermessungs- und Beobachtungs-ausrüstung (ZVBA) mit Digitalgoniome-ter, Magnetkom-pass, Software zur Standort- und Rich-tungsbestimmung
– Wärmebildgerät (WBG)
– Laserentfernungs-messer (LEM)
– GPS-Empfänger
Alle SKdt:
– Augen!
Drohne (ADS-95): Bei der Luftwaffe eingeteilt; fallweise für die Artillerie verfügbar

Integriertes Artillerie Führungs- und Feu-erleitsystem (INTAFF)
TelekommunikationArtilleriefeuerleitsystem 83 zum Ermitteln der SchiesselementeArtilleriewetterzug für die Ermittlung der nötigen Meteo-Daten zur Berücksichtigung der aussenballisti-schen EinflüsseNavigations – und Positionierungssys-tem (NAPOS) einge-baut in PanzerhaubitzeVo-Messgerät 94


– Panzerhaubitze KAWEST
– Festungskanone BISON
– Festungsminenwer-fer
Munition unterschied-lichster Art

Transportfahrzeuge
UmschlaggeräteEntpannungsfahr-zeugeReparatur- und Unterhaltsmittel

 Geschütze

Vierpfünder-Feldkanone 1862

An der Vierpfünder-Feldkanone Ordonnanz 1862 ist sicher in Frauenfeld ausgebildet worden.

Hersteller Rüetschi (Rohr)
Kaliber 8.45 cm
Geschützrohr Material Bronze, Gewicht 393 kg,90 % Kupfer, 9.5 % Zinn
Länge der Bohrung 17.05 Kaliber, 144 cm
Drallrichtung Rechtsdrall
Schussdistanz 3000 m
Dies ist das erste Geschütz in der Schweiz mit gezogenem Rohr. Das Rohr enthält sechs Züge: 1 Umgang = 30.5 Kaliber (2.574 m), Zugtiefe 2 mm.
Die Lafette ist aus Eisen genietet und mit Stahlachsen versehen (Konstruktion Riffenbach); die Lafetten haben ein seitlich bewegbares Richtgestell, in welchem das Rohr lagert und horizontal hin und her bewegt werden kann. Im Bild ist das Seitenrichtrad sehr gut ersichtlich.
Geschosse
– Granate Ordonnanz 1862: 3.92 kg, Zeitzünder Tempierteilung 1–9, Brennzeit 9 s, Sprengladung 220 g, Schwarzpulver Nr. 5
– Granate Ordonnanz 1866: 3.92 kg, Perkussionszünder, Sprengladung 220 g, Schwarzpulver Nr. 5
– Granatkartätsche Ordonnanz 1862: 4.14 kg, Zeitzünder Tempierteilung 1–9, Brennzeit 9 s, Sprengladung 28 g, Schwarzpulver Nr. 4, Füllung 42 Zinkkugeln zu 15.8 g in Schwefelausguss
– Granatkartätsche Ordonnanz 1866 4.15 kg, Zeitzünder Tempierteilung 1–9, Brennzeit 9 s, Sprengladung 25 g, Schwarzpulver Nr. 4, Füllung 62 Zinkkugeln zur 15.8 g in Kohlenstaub gelagert
– Kartätsche Ordonnanz 1862, 3.8 kg, Füllung 48 Zinkkugeln zu 64 g in Sägespänen gelagert
– Kartätsche Ordonnanz 1866, 4.5 kg, Füllung 48 Zinkkugeln zu 66 g in Sägespänen gelagert

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Vierpfünder-Feldkanone 1862

 

8.4 cm Feld-Kanone 1871

Als Beispiel für ein frühes Hinterladergeschütz, das ebenfalls nachweislich während langer Zeit in Frauenfeld genutzt worden ist, sei die 8.4 cm Feld-Kanone 1871 angeführt.

Hersteller Gebr. Rüetschi Aarau (Rohr umgegossen); Eidg. Konstruktionswerkstätte Thun (Lafette)
Kaliber 8.4 cm
Rohrlänge total 2150 mm
Geschossweg: 1650 mm 19 Kaliber
Drall 12 Züge, 1 Umgang = 39.3 Kaliber
Gewichte: Rohr mit Verschluss 437 kg; Lafette komplett ausgerüstet 677 kg; Protze 880 kg, abgeprotztes Geschütz 1102 kg, Geschütz und voll ausgerüstete Protze 2000 kg
Lafettenart: Schwanzlafette
Elevationsbereich: -170 bis +334 R‰
Seitenbereich: durch Schwenken der Lafette
Reichweite: mit Granaten 4000 m, mit Kartätschen 1500 m
Geschosse
– Granate Ordonnanz 1871: 5.55 kg, Perkussionszünder, Sprengladung 300 g, Schwarzpulver Nr. 5
– Granatkartätsche Ordonnanz 1871 5.60 kg, Zeitzünder Tempierteilung 5–50, Brennzeit 10 s, Sprengladung 30 g, Schwarzpulver Nr. 1, Füllung 105 Hartbleikugeln zu 22.5 g und 25 Zinkkugeln zu 16 g in Kolophonium gelagert
– Kartätsche Ordonnanz 1871, 5.60 kg, Füllung 56 Hartbleikugeln zu 72.5 g und 6 Zinkkugeln zu 100 g in Kolophonium gelagert

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8,4 cm Feld-Kanone 1871

12 cm Kanone 1882

Hersteller Krupp/Schneider
Kaliber 12 cm
Kaliberlänge: L 25 = 3000 mm, Länge des gezogenen Teils 16 Kaliber = 2240 mm
Drall progressiver Rechtsdrall, Anfangsdrall 80 Kaliber, Enddrall 33 Kaliber, 32 Züge
Feuerhöhe: 1800 –1880 mm
Seitenbereich: durch Schwenken der Lafette
Höhenbereich: -140 A‰ bis +630 A‰
Gewichte: schussbereit mit Radgürtel 4100 kg, fahrbereit ohne Radgürtel inkl. Protze 3500 kg, Protzringdruck 429 kg, Rohr 1437 kg
Gasdruck: spezifisch max. 1800 kg/cm2
Rücklaufgeschw.: max. 3.3 m/s, Rücklaufenergie max. 2170 mkg, Rücklaufweg ca. 1.4 m (bei Ladung 3). Es läuft das ganze Geschütz zurück!
Verschluss: Keilverschluss mit Liderung
Lafette: einteilig
Achsabfederung: starr
Schussbereitschaft: ca. 30 Min
Feuergeschw.: max. 2 Schuss/Min
Fahrgeschw.: im Pferdezug max. 10 km/h, im Motorzug max. 15 km/h
Reichweite: max. 10000 m
Geschosse
– Schrapnell 1882 und 1907 mit Aluminiumzünder (Zeitzünder), 18.5 kg, max. Reichweite Ldg. 3 9100 m
– Granate 1882 und Sprenggranate WP 1893
– Stahlgranate 1907 und 1912 mit Perkussionszünder, 18.5 kg, max. Reichweite Ldg. 1 6200 m
– Stahlgranate mit Doppelzünder 1917 und Perkussionszünder 1918, 18.5 kg, max. Reichweite Ldg. 2 7900 m
– Gussgranate mit Doppelzünder, 18.5 kg, max. Reichweite Ldg. 3 9200 m
– Spitzgranate 1923 mit Momentanzünder, 18.4 kg, max. Reichweite Ldg. 3 10000 m

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12 cm Kanone 1882

Es ist eine alte Tradition in unserer Armee, dass Waffen und Ausrüstung sehr lange in Gebrauch sind. Um ihre Einsatztauglichkeit über die Zeit zu erhalten, werden sie immer wieder weiterentwickelt, kampfwertgesteigert, wie das heute so schön heisst. Also wird die 8.4 cm Feld-Kanone kampfwertgesteigert und vielseitig verwendet. Als Modell 1880 erhält sie ein Stahlrohr (F. Krupp, Essen). Sie ist dann das erste Geschütz in der Schweiz mit Zündung durch Geschützzündpatronen. Ab den Jahren 1886/90 wird dieses Geschütz auch als Positionsartillerie eingesetzt und ab
1886 zudem als Festungsgeschütz. Solche Festungsgeschütze bleiben noch bis zum Zweiten Weltkrieg im Einsatz, natürlich mit Anpassungen der Munition. Die Reichweite kann auf 7 km gesteigert werden. Eine besonders lange Stehzeit ist der 12 cm Kanone Ordonnanz 1882 beschieden. Dieses Geschütz, das gute ballistische Eigenschaften hat, ist zu Beginn des Zweiten Weltkriegs gemäss TO 1938 in den Schweren Motor-Kanonen-Abteilungen immer noch eingeteilt. Es ist natürlich völlig veraltet. In einer der Stärkung des Wehrwillens gewidmeten Publikation aus dem Jahr 1935 lesen wir: «Obschon die Waffe in gewissen Lagen noch ganz gute Dienste zu leisten imstande ist, stellt sie doch ein Überbleibsel aus einer überholten Zeit dar und muss in nächster Zukunft durch ein den neuzeitlichen Anforderungen entsprechendes Geschütz ersetzt werden.» Die 7.5 cm Kanone 1903 ist das erste Schnellfeuergeschütz unserer Armee. Hauptbestandteile dieser Kanone und ihrer Weiterentwicklungen bzw. Neukonstruktionen bis auf den heutigen Tag sind
– Rohr mit Verschluss, eventuell mit Ladevorrichtung
– Wiege mit Rücklaufbremse und Vorholer
– Lafette
– Richtvorrichtung
– Zielmittel

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7.5 cm Kanone 1903. Feldpostkarte abgestempelt in Frauenfeld am 13. März 1912. Stempel: Feldartillerie-Rekrutenschule

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Geschützschule an der 7,5 cm Kan 1903/22. An diesem Ausbildungsplatz steht heute die Mehrzweckhalle. Direkt im Hintergrund sind die am 3. Juni 2006 abgebrannten Fouragemagazine, rechts davor sieht man die noch heute genutzte „Alte Geschützhalle“.

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In und durch die Murg

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Geschützschule an der 7,5 cm Kan 1903/22 auf dem „Oberen Mätteli“; links hinten ist das „Kantonale Zeughaus“.
(Diese Bilder sind in der Zeit des zweiten Weltkrieges gemacht worden. Man sieht dies unschwer an der persönlichen Ausrüstung)

7.5 cm Kanone 1903/22

Auch dieses Geschütz ist kampfwertgesteigert worden.

Bezeichnung: 7.5 cm Kan 1903/22 L30
Lizenz: Krupp
Hersteller Krupp
Fabrikationsjahr: 1903
Rohrlänge total: 30 Kaliber = 2250 mm
Drall: progr. Rechtsdrall 50/30 Kaliber
Feuerhöhe: 995 mm
Schwenkbereich: ±53 A‰
Höhenbereich: -175 R‰ bis +300 R‰
Gewichte: schussbereit 1096 kg, fahrbereit 1096 kg
Verschluss: Keilverschluss mit Leitwelle
Rücklaufbremse: hydraulisch
Vorholmittel: 4Federn,2rechts,2linksgewunden
Rücklauf: konstant, 1350 mm
Lafette: Einholm, einteilig
Achsabfederung: keine
Feuergeschw.: max. 15 Schuss/Min.
Spurweite: 1400 mm
Breite über alles: 1675 mm
Bereifung: Eisenbereifung, 70 mm breit
Fahrgeschw.: 10 km/h
Transport: Pferdezug, Verlad auf Lastwagen, Anhängen an Lastwagen
Geschützprotze: 12 Fächer, in zweien davon Ausrüstungskisten, Caisson: Protze und Hinterwagen je 12 Fächer
Bedienung: ursprünglich 5 Mann (Geschützführer zugleich Richter), später Geschützführer und 5 Mann
Geschosse
– ursprünglich Schrapnell und Stahlgranaten mit Doppelzünder, Granate auch mit Perkussionszünder, 6.4 kg, Einheitsladung, ab 1923 dreiteilige Ladungen, max. Rechweite Ldg. 3 8700 m
– Stahlgranate und Rauchgranate 1936 mit Momentanzünder, 5.75 kg, max. Reichweite Ldg. 3 9150 m
– Spitzgranate 1929 und Rauchspitzgranate 1936 mit Momentanzünder, 5.95 kg, max. Reichweite Ldg. 4 11800 m
– Panzergranate 1934 im Direktschuss gegen harte Ziele

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7.5 cm Kanone 1903/22

 

Eine Weiterentwicklung ist die 7.5 cm Feldkanone 03/40.

Bezeichnung: 7.5 cm F Kan 03/40 L30
Lizenz: keine
Hersteller K+W
Fabrikationsjahr: 1939
Feuerhöhe: 950 mm bzw. 1100 mm
Schwenkbereich: ±640 A‰ bei Elevationen von -175 R‰ bis 350 R‰
±533 A‰ bei Elevationen von 350 R‰ bis 788 R‰
Höhenbereich: -175 R‰ bis +788 R‰
Gewichte: schussbereit 1320 kg, fahrbereit 1335 kg
Verschluss: Keilverschluss mit Leitwelle
Lafette: Spreizlafette
Achsabfederung: Torsionsstab
Feuergeschw.: max. 15 Schuss/Min.
Spurweite: 1480 mm
Breite über alles: 1800 mm
Bereifung: Luftkammerbereifung, 130 mm breit
Transport: Pferdezug oder angehängt an Lastwagen
Geschützprotze: bei Pferdezug normale Protze, angehängt an Lastwagen keine
Bedienung: Geschützführer und 5 Mann

Eine Absenkvorrichtung ermöglicht die Änderung der Feuerhöhe. In nicht abgesenkter Stellung, grössere Feuerhöhe, ist bei grosser Elevation (über 400 R‰) und hoher Ladung zu schiessen. Die abgesenkte Stellung ist angezeigt für das Schiessen mit Depression oder kleinen Elevationen. Durch das Absenken wird die Standfestigkeit erhöht.

Die Daten für Rohrlänge, Drall, Verschluss, Rücklaufbremse, Vorholmittel, Rücklauf und Feuergeschwindigkeit entsprechen der 7.5 cm Kan 1903/22 L 30. Auch verschiessen diese Geschütze die gleiche Munition.

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7.5 cm Feldkanone 83/40

Auf die verschiedenen in der Artillerie eingeteilt gewesenen Gebirgsgeschütze wird nicht eingetreten, da sie für den Waffenplatz Frauenfeld nicht typisch gewesen sind.

Bereits in den Jahren der Aufrüstung vor Beginn des Zweiten Weltkriegs ist klar erkannt gewesen, dass unsere Artillerie dem rüstungstechnischen Fortschritt nicht ausreichend gefolgt war. Diese Fortschritte haben sich naturgemäss im Krieg bei den Kriegführenden rasant beschleunigt. Es sei nicht zu übersehen gewesen, schreibt der Chef des Generalstabes der Armee in seinem Bericht nach Abschluss des Kriegs, dass die Wirkung der Feldkanone mit einem Kaliber von 7.5 cm für massive Feueraufgaben nicht mehr ausreichen konnte, zumal die ausländischen Armeen durchwegs über 10.5-cm- kalibrige Geschütze verfügten. General Guisan fällt in seinem Bericht an die Bundesversammlung gar ein noch härteres Urteil: «Die Lehren der Schlachtfelder haben die Schwäche der Artillerie, über die unsere Heereseinheiten m Jahr 1939 verfügten, aufgezeigt. Wir hatten keine grossen und zu wenig mittlere Kaliber; darüber hinaus war unsere gesamte Feldartillerie, sowie ein Teil unserer ‚schweren’ Kanonen hippomobil, was sie den Schlägen der Luftwaffe gegenüber ausserordentlich verletzlich machten.» Der General betrachtete aus diesem Grund die Artillerie lediglich als eine Verlängerung der Infanteriewaffen und setzte die Geschütze dementsprechend ein. Unser Nachholbedarf kann erst in der Nachkriegszeit befriedigt werden.

Beschafft wird nach und nach die Geschützfamilie
– 10.5 cm Schwere Kanone 1935 L 42 mit Zugfahrzeug M6
– 10.5 cm Haubitze 1942 und 1946 mit Zufahrzeug M4
– 15 cm Schwere Haubitze 1942 mit Zugfahrzeug M8

Es handelt sich um sehr ausgewogene Konstruktionen. Augenfällig ist, dass das Zugfahrzeug optimal auf das Geschütz abgestimmt ist. Allerdings haben die Geschütze ihre spezialisierten Zugfahrzeuge überlebt. Nachdem die Fahrzeuge ihre technische Altersgrenze erreicht haben, werden sie durch normale Lastwagen ersetzt.

10.5 cm Kanone 1935

Bezeichnung: 10.5 cm Kanone 1935; vor 1979: 10.5 cm Schwere Kanone 35; vor Abschaffung der pferdegezogenen Artillerie: 10.5 cm Schwere Motor-Kanone
Lizenz: Bofors
Hersteller K+W
Fabrikationsjahr: 1935
Rohrlänge total: 42 Kaliber = 4410 mm (ohne Mündungsbremse)
Drall: konstanter Rechtsdrall, 25,6 Kaliber = 7°
Schwenkbereich: ±533 A‰
Höhenbereich: -53 R‰ bis +788 R‰
Gewicht: Ausführung 1988 ohne Protze mit Tarnausrüstung
und hydraulischer Hebevorrichtung 4550 kg
Verschluss: Schubkurbelverschluss
Rücklaufbremse: hydraulisch mit variablem Rücklauf
Vorholmittel: hydropneumatisch
Lafette: Spreizlafette mit Geländeausgleich
Achsabfederung: jedes Rad einzeln abgefedert (Schraubenfedern)
Feuerhöhe: 1330 mm
Feuergeschw.: max. 10 Schuss/Min.
Spurweite: 1925 mm
Breite über alles: 2235 mm
Bereifung: ursprünglich Vollgummipneus, später Luftpneus mit Mittelrille zum Einlegen eines Zugsseils
Fahrgeschw.: zugelassen für 40 km/h
Transport: angehängt an Zugfahrzeug
Geschützprotze: Zweirad-Fahrgestell mit Lenkschenkelsteuerung
Bedienung: Geschützführer und 8 Mann
Ausmusterung: schrittweise mit fortschreitendem Zulauf von Panzerhaubitzen bis Ende 1994

Geschosse
– Stahlgranate mit Momentanverzögerungszünder oder Momentanzeitzünder, 15.15 kg, max. Reichweite Ldg. 6 18000 m
– Explosivübungsgranate wie Stahlgranate
– Beleuchtungsgeschoss mit Zeitzünder
– Rauchbrandgranate wie Stahlgranate*
– Nebelgranate mit Zeitzünder* wie Stahlgranate
– Spitzgranate Momentanzünder, 14.65 kg, max. Reichweite Ldg. 6 21400 m
– Panzergranaten Bodenzünder* für Direktschuss gegen harte Ziele

* Diese Munitionssorten sind vor Ausmusterung des Geschützes zurückgezogen
worden.

10,5 cm Kanone 1935

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10.5 cm Kanone 1935
Die Kanone ist hier in ihrer modernsten Ausführung abgebildet. Zu erkennen sind das mit der Umstellung auf die Kreisteilung 6400 A‰ sowie das azimutale Richten neu eingeführte Rundblickfernrohr des Richters und an der rechten Spreize das Handpumpenaggregat mit Verlängerungsrohr für denPumpenhebelderhydraulischen Hebevorrichtung. Bei ebenem Geschützstand
ist mir ihr das Schwenken in einen anderen technischen Wirkungsraum rascher und weniger schweisstreibend möglich. Der Kanonier trägt den Kampfanzug 70.

10.5 cm Haubitze 1942 und 1946

Bezeichnung: 10.5 cm Hb 42 L22 und 10.5 cm Hb 46 L22
Lizenz: Bofors
Hersteller K+W
Fabrikationsjahr: 1942 und 1946
Rohrlänge total: 22 Kaliber = 2310 mm
Drall: konstanter Rechtsdrall 25.6 Kaliber = 7°
Schwenkbereich: ±640 A‰ bei Elevation -88 R‰ bis +350 R‰,
±498 A‰ bei Elevation 350 R‰ bis +788 R‰
Höhenbereich: Hb 42: -88 R‰ bis +788 R‰
Hb 46: -88 R‰ bis +1173 R‰
Gewichte: Hb 42: schussbereit 2130 kg (mit Tarnausrüstung), fahrbereit 2190 kg (mit Protze/Tarnausrüstung/Blache)
Hb 46: schussbereit 2100 kg (mit Tarnausrüstung), fahrbereit 2270 kg (mit Protze/Tarnausrüstung/Blache)
Verschluss: Schubkurbelverschluss
Rücklaufbremse: hydraulisch mit variablem Rücklauf
Vorholmittel: hydropneumatisch
Rücklauf: Hb 42: bei 0° Elevation: 1200 mm, bei maximaler Elevation: 1000 mm
Hb 46: bei 0° Elevation: 1200 mm, bei maximaler Elevation: 715 mm
Lafette: Spreizlafette
Achsabfederung: Torsionsstab
Feuerhöhe: 1070 mm
Feuergeschw.: max. 10 Schuss/Min.
Spurweite: 1535 mm
Breite über alles: 1535 mm
Bereifung: ursprünglich Vollgummipneus, später Luftpneus mit schusssicherer Einlage
Fahrgeschw.: wie Zugfahrzeug
Transport: angehängt an Zugfahrzeug
Geschützprotze: einrädrige Hilfsprotze für Stellungsbezug
Bedienung: Geschützführer und 6 Mann
Ausmusterung: Ende 1994

Geschosse
– Stahlgranate mit Momentanverzögerungszünder oder Momentanzeitzünder, 15.15 kg, max. Reichweite Ldg. 5 11300 m
– Explosivübungsgranate wie Stahlgranate
– Beleuchtungsgeschoss mit Zeitzünder,
– Rauchbrandgranate wie Stahlgranate*
– Nebelgranate mit Zeitzünder wie Stahlgranate*
– Panzerkerngranate für Direktschuss gegen harte Ziele*

* Diese Munitionssorten sind vor Ausmusterung des Geschützes zurückgezogen worden.

10,5 cm Haubitze 1946

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10.5 cm Haubitze 1942 und 1946
Nach der Einführung der Haubitze 1946 sind die beiden Geschütze parallel im Dienst gestanden. Die Haubitzen 1942, die in kleinerer Stückzahl beschafft worden sind, sind bis spätestens 1979 abgelöst worden, nachdem mit beginnender Umrüstung auf Panzerhaubitzen genügend Haubitzen 1946 frei wurden. Ausser dem Fabrikationsjahr unterscheiden sich die Geschütze vor allem durch den Höhenbereich sowie den Rücklauf und das Gewicht. Die Ausrüstung im Bild entspricht dem letzten technischen Stand vor der Ausserdienststellung der Haubitze 1946 im Jahre 1994. Hinweis dafür ist das blecherne Plakat am Schutzschild links neben dem Richter, auf dem Punkt für Punkt das Einrichten beim azimutalen Richten nachgelesen werden konnte. Die Haltung des Geschützführers, des Richters und des Verschlusswarts lassen den Schluss zu, dass gerade eingerichtet wird.

15 cm Schwere Haubitze 1942

Bezeichnung: 15 cm Sch Hb 42 L28; auch 15 cm Hb 42 L28
Lizenz: Bofors
Hersteller K+W
Fabrikationsjahr: 1942
Rohrlänge total: 28 Kaliber = 4197 mm
Drall: progressiver Rechtsdrall 35/22Kaliber
Schwenkbereich: ±400 A‰
Höhenbereich: -88 R‰ bis +1138 R‰
Gewicht: schussbereit 7050 kg (mit Tarnausrüstung), fahrbereit 7500 kg (mit Protze, Tarnausrüstung und Blache)
Verschluss: Schraubenverschluss
Rücklaufbremse: hydraulisch mit variablem Rücklauf
Vorholmittel: hydropneumatisch
Rücklauf: bei 0° Elevation: 1500 mm, bei maximaler Elevation: 800 mm
Lafette: Spreizlafette mit Geländeausgleich
Achsabfederung: jedes Rad einzeln abgefedert (Schraubenfedern)
Feuerhöhe: 1545 mm
Feuergeschw.: max. 6 Schuss/Min. Bei Elevation über 500 R‰ wird das Rohr in eine für das Laden günstige Elevation hinuntergeschraubt.
Spurweite: 2050 mm
Breite über alles: 2440 mm
Bereifung: ursprünglich Vollpneus, später Pneus mit schusssicheren Einlagen, Mittelrille
Fahrgeschw.: wie Zugfahrzeug
Transport: angehängt an Zugfahrzeug. Das Rohr wird in Fahrstellung zurückgezogen.
Geschützprotze: Zweirad-Fahrgestell mit Lenkschenkelsteuerung
Bedienung: Geschützführer und 8 Mann, Schussauslösung durch Richter mit Abzugstange
Ausmusterung: auf 1.1.1979

Geschosse
– Stahlgranate mit Momentanverzögerungszünder und Momentanzeitzünder, 42 kg, max. Reichweite Ldg. 5 16000 m
– Explosivübungsgranate wie Stahlgranate
– Langgranate (Munition der 15 cm Hb 16 bis Bestände aufgebraucht bzw. zurückgezogen werden) mit Momentanzünder, Verzögerungszünder, Doppelzünder, 42 kg, max. Reichweite Ldg. 7 8700 m

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15 cm Schwere Haubitze 1942
Die Feuertätigkeit beginnt. Das Geschütz steht in der Feuerstellung «Petit-Champsec» an den Ufern der Borgne ca. 1 km NE der Kaserne Sion. Bis zu Beginn der 1980er Jahre ist das der Stellungsraum für die ersten schulmässigen Schiessübungen der Art RS Sion gewesen, solange bis die wachsende Stadt zum Verzicht auf diesen Stellungsraum gezwungen hat. Der Geschützführer links mit dem Handmikrophon der Geschützlautsprecheranlage 58 (GLA 58) quittiert die von der Feuerleitstelle erteilen Kommandos. Der Gefechtsanzug der Geschützbedienung entspricht den 1960er Jahren.

10,5 cm Haubitze 1946

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarnen der 10.5 cm Hb 46 mit Tarnetz 80

10,5 cm Kanone 1935

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellungsbezug: Kanonierhandwerk ist Knochenarbeit ..

10,5 cm Kanone 1935

 

 

 

 

 

 

 

Stellungsbezug: Aufstellen der Geschützanzeige des Artilleriefeuerleitsystems 83 (FARGO). Von der Batteriefeuerleitstelle werden die Schiesselemente über Feldkabel an das Geschütz übertragen.

Diese Geschützfamilie wird zu Zeiten der «Armee 61» in den Rekrutenschulen folgender Standorte ausgebildet:
– 10.5 cm Kan 35 L42 Monte Ceneri und Sion,
– 10.5 cm Hb 42+46 L28 Bière und Frauenfeld,
– 15 cm Hb 42 L22 Sion.

Die gezogene Artillerie vermag aber bald den Anforderungen an die Beweglichkeit zur Unterstützung von mechanisierten Verbänden und zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr zu genügen. Nur ein leicht gepanzertes, selbst fahrendes Geschütz kann genügen. Die Wahl fällt auf die US-amerikanische Panzerhaubitze M109. Ab 1968 werden verschiedene Serien dieses Geschützes beschafft: vorerst die 15.5 cm Panzerhaubitze 1966 L23; sie wird umgebaut und weiterentwickelt:
– 15.5 cm Panzerhaubitze 1966/74 L39
– 15.5 cm Panzerhaubitze 1974/79 L39
– 15.5 cm Panzerhaubitze 1979 L39
– 15.5 cm Panzerhaubitze 1988 L39

Diese vier Geschütze sind im Wesentlichen baugleich. Die Artillerie umfasst mit der Armee 95 eine Flotte von 31 Panzerhaubitzabteilungen zu je 18 Geschützen. Ein Höchststand! Bis 2002 werden 19 dieser Abteilungen umgerüstet auf die in der Schweiz kampfwertgesteigerte 15.5 cm Panzerhaubitze M109 KAWEST L47. Die gezogenen Geschütze verschwinden in etwa mit dem Rhythmus der Vermehrung der Panzerhaubitzen. Zuletzt verfügen die Gebirgsdivisionen als letzte noch über die 10.5 cm Haubitze 46/91. Dieses Nachfolgemodell der 10.5 cm Haubitze 46 lässt wichtige Fragen offen und istt wenig erfolgreich. Mit der Neuorganisation der Armee XXI verschwindet sie. Auf dem Waffenplatz Frauenfeld hat dieses Geschütz kaum eine Rollge gespielt. Heute ist, sieht man von der Festungsartillerie ab, ausschliesslich die 15.5 cm Panzerhaubitze KAWEST eingeteilt.

In den Schulen auf dem Waffenplatz Frauenfeld hält die Mechanisierung 1983 Einzug.

15.5 cm Panzerhaubitze

Bezeichnung: 15.5 cm Pz Hb M109 L39
Hersteller Allisson Division, Cleveland, Ohio und K+W, Motor General Motors Corporation
Fabrikationsjahr: ab 1964
Rohrlänge: 39 Kaliber = 6045 mm, Länge Fz mit Rohr in Fahrstellung 9050 mm, Länge Fz ohne Rohr 6200 mm
Breite über alles: 3180 mm
Gewichte: Leergewicht 22800 kg, Gefechtsgewicht 25500, spez. Bodendruck Strasse 7.17 kg/cm2, spez. Bodendruck Gelände 0.79 kg/cm2
Drall: konstanter Rechtsdrall
Schwenkbereich: 6400 A‰
Höhenbereich: -50 A‰ bis +1280 A‰
Verschluss: halbautomatischer Schraubenverschluss mit Liderungsabdichtung
Rücklaufbremse: hydraulisch mit variablem Rücklauf, 2 Bremszylinder
Rücklauf: bei Elevation -50 A‰ bis +720 A‰ 912 mm
bei Elevation ca. +900 A‰ bis +1280 A‰ 610 mm
bei Elevation +720 A‰ bis 900 A‰ dazwischen
Vorholer: pneumatisch
Vorlaufdämpfer: hydro-mechanisch
Ausgleichersystem: hydro-pneumatisch
Ladevorrichtung: elektrohydraulisch
Feuerhöhe: 1900 mm
Feuergeschw.: max. 6 Schuss/Min. untere, 4 Schuss obere Winkelgruppe
Fahrgeschw.: 60 km/h
Motor: 2 Takt Diesel V8, 71 T, wassergekühlt, 8 Zylinder, Zylinderinhalt 9.3 l, Verdichtung 17:1, Leistung 298 kW (405 PS/DIN), Drehmoment 1324 Nm (135 mkp) bei 1700 U/ Min., max. Drehzahl 2475 U/Min.
Bedienung: Geschützführer, 5 Kanoniere, 2 Fahrer (Kanoniere)
Hilfsbewaffnung: 1 12.7 mm Mg, 2 x 3 Nebelwerfer zum Selbstvernebeln
Ausmusterung: 2003

Geschosse
– Stahlgranate mit Momentanverzögerungszünder oder Momentanzeitzünder, nach 1991 auch mit Annäherungszündern, 42 kg, max. Reichweite Ldg. 8 18700 m, max. Einsatzdistanz 16000 m
– Explosivübungsgranate wie Stahlgranate
– Rauchbrandgranate wie Stahlgranate*
– Kanistergeschoss 88/99 mit Zeitzünder, 46.3 kg, max. Reichweite Ldg. 8 18400 m, max. Einsatzdistanz 15800 m
– Kanistergeschoss 90 mit Zeitzünder, 41.6 kg, max. Reichweite Ldg. 8 23400 m, max. Einsatzdistanz 20600 m
– Beleuchtungsgeschoss mit Zeitzünder, 44.3 kg, Leuchtdauer 2 Min.

* Diese Munitionssorte ist vor Ausmusterung des Geschützes zurückgezogen worden.

Panzerhaubitze M109

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15.5 cm Panzerhaubitze
Die Feuertätigkeit beginnt. Das Geschütz steht in der Feuerstellung «Petit-Champsec» an den Ufern der Borgne ca. 1 km NE der Kaserne Sion. Bis zu Beginn der 1980er Jahre ist das der Stellungsraum für die ersten schulmässigen Schiessübungen der Art RS Sion gewesen, solange bis die wachsende Stadt zum Verzicht auf diesen Stellungsraum gezwungen hat. Der Geschützführer links mit dem Handmikrophon der Geschützlautsprecheranlage 58 (GLA 58) quittiert die von der Feuerleitstelle erteilen Kommandos. Der Gefechtsanzug der Geschützbedienung entspricht den 1960er Jahren.

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15.5 cm Pz Hb L39 im Feuer: durch das Bild hinter dem Geschütz zieht sich die „Polygonstrasse“

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… im Kampfraum der 15.5 cm Pz Hb L 39: allerdings ist es unfein, wenn der Geschützführer seine Füsse auf die Ladevorrichtung stellt.

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Bahnverlad im „Juch“. Das ist die Bahnverladestelle des Waffenplatzes heute.

15.5 cm Panzerhaubitze KAWEST

Bezeichnung: 15.5 cm Pz Hb M109 KAWEST L 47
Hersteller Allisson Division, Cleveland, Ohio und K+W, Motor General Motors Corporation
Fabrikationsjahr: ab 1997 (Einführung ab 1998)
Rohrlänge: 47 Kaliber = 7290 mm, Länge Fz mit Rohr in Fahrstellung 11400 mm, Länge Fz ohne Rohr 7350 mm
Gewichte: Leergewicht 23500 kg, Gefechtsgewicht 27000, spez. Bodendruck Strasse 9.20 kg/cm2, spez. Bodendruck Gelände 0.88 kg/cm2
Breite über alles: 3180 mm
Drall: konstanter Rechtsdrall
Schwenkbereich: 6400 A‰
Höhenbereich: -15 A‰ bis +950 A‰ Navigations- und Positionierungssystem (NAPOS) ermittelt aufgrund der Erdrotation und Erdanziehung selbständig die Horizontale, Geografisch- Nord und durch Umrechnung in Karten-Nord, die aktuelle Lage der Rohrseelenachse im Raum und die aktuellen Koordinaten während und nach dem Marsch. Das System ist mit dem Artilleriefeuerleitsystem 83 der Batteriefeuerleitstelle über Datentransfer verbunden.
Verschluss: halbautomatischer Schraubenverschluss mit Liderungsabdichtung
Rücklaufbremse: hydraulisch mit variablem Rücklauf, 2 Bremszylinder
Rücklauf: bei Elevation -50 A‰ bis +850 A‰ 912 mm, bei Elevation ca. +750 A‰ bis +950 A‰ 685 mm, bei Elevation +750 A‰ bis 850 A‰ dazwischen
Vorholer: pneumatisch
Vorlaufdämpfer: hydro-mechanisch
Ausgleichersystem: hydro-pneumatisch
Ladevorrichtung: elektrohydraulisch
Feuergeschw.: erster Feuerschlag 3 Schuss in 15 Sek.; Schnellfeuer 6 Schuss/ Min. während 2 Min.; Dauerfeuer 2–3 Schuss/Min.
Hubhilfe: Hubwinde, Knickarm, Geschossgreifer, Infrarot-Empfänger, Bediengerät
Fahrgeschw.: 56 km/h maximal
Motor: 2 Takt Diesel V8, 71 T, wassergekühlt, 8 Zylinder, Zylinderinhalt 9.3 l, Verdichtung 17:1, Leistung 283 kW (385 PS/DIN), Drehmoment 1410 Nm (135 mkp) bei 1600 U/Min., max. Drehzahl 2475 U/Min.
Bedienung: Geschützführer, 3 Kanoniere, 2 Fahrer (Kanoniere)
Hilfsbewaffnung: 1 12.7 mm Mg, 2×3 Nebelwerfer zum Selbstvernebeln
Nachtsichtgerät-Fahrer Brandunterdrückungsanlage zum Schutz der Besatzung im Kampfraum, Feuerlöschanlage, fest eingebaut, zur Brandbekämpfung im Motor- und Getrieberaum .
Geschosse
– Stahlgranate mit Momentanverzögerungszünder oder Annäherungszünder, 42 kg, max. Reichweite Ldg. 9 23500 m, max. Einsatzdistanz 20400 m
– Explosivübungsgranate wie Stahlgranate
– Kanistergeschoss 88/99 mit Zeitzünder, 46.3 kg, max. Reichweite Ldg. 9 23500 m, max. Einsatzdistanz 20500 m
– Kanistergeschoss 90 mit Zeitzünder, 41.6 kg, max. Reichweite Ldg. 9 30700 m, max. Einsatzdistanz 27500 m
– Beleuchtungsgeschoss mit Zeitzünder, 44.3 kg, Leuchtdauer 2 Min.
– SMART: intelligente Munition; Suchzündermunition geeignet zur Bekämpfung harter Punktziele

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15.5 cm Panzerhaubitze KAWEST
Unser Paradepferd am 14. Mai 2007 vor der Ausbildungshalle 2

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Vor der Geschützfeuerstellung im „Galgenholz“ …

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… durch die Murg bei der Furt „Kläranlage“ …

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… in der Geschützfeuerstellung bei der „Geschützhalle an der Murg“

Feuerleitung

Unter Feuerleitung versteht man die Gesamtheit der schiesstechnischen Massnahmen, um ein Ziel mit Feuer zu bekämpfen. Wie sich die Feuerleitung seit Gründung des Waffenplatzes bis heute entwickelt hat, sei stichwortartig zusammengefasst.

19. Jahrhundert
– Direktes Richten über Visiereinrichtung am Geschütz. Der Schusswinkel (Vertikalwinkel zwischen Visierlinie und Tangente an die Flugbahn) wird aufgrund der geschätzten Distanz Geschütz–Ziel einer Tabelle entnommen und mittels Quadranten eingestellt. Gutes Distanzenschätzen ist Erfolgsvoraussetzung!
– Offene, lineare Feuerstellung der Batterie als Feuereinheit.

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Feuerstellung einer Batterie 12 cm Kanonen 1882

ab 1900
– Aufkommen des indirekten Richtens; erstmals wird das indirekte Richten im russisch-japanischen Krieg 1904/05 in grösserem Stil angewandt.
– Vorerst meist noch lineare Feuerstellung der Batterie als Feuereinheit, dann mehr und mehr Feuerstellung (Batteriestellung) mit unregelmässiger und verdeckter Aufstellung der Geschütze zwecks Erhöhung des Schutzgrads.
– Der Batteriechef schiesst mit seiner Batterie und bestimmt mit seinen Gehilfen auf dem Beobachtungsposten genannt KP (Kommandoposten) die Schiesselemente. Ballone und Flugzeuge werden bald ebenfalls als Beobachtungsplattformen genutzt.
– Feuerzusammenfassungen mehrer Batterien sind möglich aber aufwändig.

ab 1947
– Das Ermitteln der Schiesselemente auf dem Beobachtungsposten wird der neu geschaffenen Abteilungsfeuerleitstelle übertragen.
– Feuerzusammenfassungen der Batterien werden einfacher und häufiger.

ab 1961
– Einführung der Batteriefeuerleitstellen.
– Schiesselemente können sowohl auf der Abteilungsfeuerleitstelle als auch auf den Batteriefeuerleitstellen bestimmt werden.
– Die Abteilung ist Feuereinheit. Es ist die Zeit der Abteilungsfeuerschläge. Das Schiessen einer einzelnen Batterie und das Zusammenfassen des Feuers von zwei Batterien der gleichen Abteilung sind immer auch möglich.
– Die Geschütze in der Batteriestellung werden unregelmässig, dem Gelände angepasst verdeckt auf einer Fläche von 100 x 200 m bis 200 x 300 m verteilt. Der ganze Stellungsraum der Batterie umfasst ca. 1 km2 und enthält mindestens eine Feuerstellung, eine Wechselstellung und die Fahrzeugdeckung mit den Versorgungsteilen der Batterie sofern diese nicht im Rahmen der Abteilung zentralisiert sind.
– Feuerzusammenfassungen von zwei oder mehrerer Abteilungen sind möglich und werden geübt: Schiessen einer Artilleriegruppe bzw. Gruppenschiessen.

10,5 cm Kanone 1935

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese 10.5 cm Kanone 1935 mit Vo-Messanlage 65 steht in der Feuerstellung „Gneida“ an der Julia im Oberhalbstein mit Schussrichtung Piz Curvèr. Die Aufnahme muss wegen den Tarnnetzen nach 1982/83 (Einführung der Tarnnetze 80) entstanden sein. Im Hintergrund sieht man das Dorf Salouf. Dieser Stellungsraum ist bei WK-Formationen sowie in den Verlegungsperioden der Art RS Monte Ceneri und Frauenfeld sehr beliebt gewesen.

AM003096ArtilleriegeschŸtz unter Tarnnetz© Bundesamt fŸr Artillerie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Tarnnetz 80 an der 10.5 cm Haubitze 46

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Stellungsbezug mit der 10.5 cm Haubitze, Allmend Frauenfeld. Der M4 – von den Kanonieren auch als „Heck-Ferrari“ bezeichnet – hat den Geschützstand noch nicht verlassen!

ab 1981
– Mit der Einführung des Artilleriefeuerleitsystems 83 (FARGO) hält die Elektronik Einzug.
– Schiesselemente werden ausschliesslich auf der Batteriefeuerleitstelle ermittelt. Die Abteilungsfeuerleitstelle ist Feuerführungs- und Koordinationsstelle Stufe Abteilung.
– Mit dem Kaliber 15.5 cm gewinnt das Batteriefeuer wieder an Bedeutung.
– Die Gefechtstechnik im Stellungsraum richtet sich nach dem Grundsatz «Schiessen und Verschwinden». Die während des Schiessens leicht aufzuklärende Feuereinheit soll sich bloss kurz exponieren. Der Stellungsraum der Batterie ist immer noch ca. 1 km2 gross und enthält mehrere vorbereitete Feuerstellungen mit je einer Ausdehnung von 200 x 300 m. Dazu kommt mindestens eine Lauerstellung, in der die Batterie überleben kann.

AM000056. Datum offen15,5 cm Panzerhaubitze 79 getarnt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Panzerhaubitze in Lauerstellung „Galgenholz“

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Batteriefeuerleitstelle

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15.5 cm Pz Hb L 39 in der Feuerstellung „Geschützhalle Murg“

ab 2000
– Die Gefechtstechnik nach dem Grundsatz «Schiessen und Verschwinden» ist optimiert. Der Stellungsraum der Batterie kann mehrere Quadratkilometer gross sein. Den Geschützen sind eigene Räume zugewiesen. Sie beziehen darin weit aufgelockerte Geschützlauerstellungen und halten sich bereit, von dort aus ihre Feueraufträge aus nahe gelegenen Geschützfeuerstellungen zu erfüllen. Eine Batterielauerstellung kann in ruhigen Phasen bezogen werden, um den «Inneren Dienst» an Personal und Material sicherzustellen, damit die Kampfkraft längerfristig erhalten werden kann. Weiter enthält der Stellungsraum Aufmunitionierungspunkte für die Geschütze. Dank dem Navigations und Positionierungssystem (NAPOS) ist die Verteilung der schiessenden Teile der Batterie über diese grosse Fläche möglich geworden. Dies erschwert die Aufklärung und Bekämpfung durch den Gegner, da er sich mehrheitlich mit laufenden Standort wechselnden Punktzielen auseinandersetzen muss.

Schon immer sucht die Artillerie Wirkung auf Anhieb im Ziel innert kürzester Zeit zu realisieren. Dafür wird ein hoher personeller und materieller Aufwand betrieben. Einerseits geht es darum mit technischen Mitteln oder durch Schiessen die aussen- und innenballistischen Einflüsse auf die Flugbahnen zu ermitteln, andererseits dies in möglichst kurzer Zeit zu tun. So steht beispielsweise in der Vorbemerkung des Waffenchefs zur Anleitung für die Vorbereitung und Durchführung des Schiessens der Artillerie von 1927: «Die Schiessvorbereitungen sollen ermöglichen, mit dem Wirkungsschiessen beginnen zu können, ohne durch langwieriges Einschiessen die Stellung der feuernden Batterie zu verraten und mit der begründeten Aussicht, von Anfang an Treffer zu erzielen.» Aber erst mit den heutigen Mitteln ist die Feuergeschwindigkeit, die Feuerdichte und die Treffergenauigkeit erreicht, die ein schnelles und genaues, dem Ziel angepassten Wirkungsschiessen möglich macht.

Eines der nötigen heutigen Hilfsmittel für die Feuerleitung ist die Vo-Messausrüstung 94. Mit dieser Ausrüstung werden für die Feuerleitstellen die Werte der fabrikations- und lagerungsbedingten Abweichungen vom Soll der Anfangsgeschwindigkeiten der einzelnen Pulverlose der Schussladungen ermittelt. Mit einem Thermometer misst man zudem die aktuelle Pulvertemperatur. Mit ihr kann die Abweichung von der Solltemperatur festgestellt und die diesbezügliche Auswirkung auf die Anfangsgeschwindigkeit erfasst werden. Die besondere Konstruktion der heutigen Geschützrohre minimiert den Rohrausbrand, so dass sich daraus keine zu berücksichtigende Vo-Abnahme mehr ergibt.

Unbedingt zu berücksichtigen sind die Meteo-Daten (Luftdichte, Windstärken und Windrichtung in den verschiedenen Luftschichten über die ganze Schussdistanz). Die Artilleriewetterzüge mit ihrer Peilausrüstung P-763 ermitteln diese Daten und stellen sie verzugslos durch Datentransfer den Feuerleitstellen zur Verfügung.

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Diese Auswerteeinheit integriert im Fahrzeug (DURO) mit angehängter Telemetrieeinheit steht auf dem Platz vor der „Geschützhalle AMP“. Rechts im Hintergrund ist der Beginn der Brücke „Militärstrasse“ über die A7 zu sehen. Diese Brücke nennen die Soldaten „Viadukt“.

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Ballonabfüllstation, dahinter die „Geschützhalle AMP“.

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Eine Wettersonde wird starkbereit gemacht.

Früher sind noch andere Hilfsmittel verfügbar gewesen. Erinnert sei an die Telemetriezüge, an die Artilleriefotogruppen und noch weiter zurück an die Schall-/Lichtmesszüge mit ihren besonderen Ausrüstungen. Im Laufe der Entwicklung sind sie verschwunden. Eine zusätzliche Dimension eröffnet die neu eingeführte «intelligenten Munition» (Suchzündermunition SMART). Mit ihr können jetzt auch harte Punktziele erfolgreich bekämpft werden. Das Artillerie-Einsatzspektrum ist damit wesentlich erweitert.

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Verringerung des Zeitbedarfs für die Feuerleitung

 

Ausbildung

«Ziel der militärischen Ausbildung und Erziehung ist die Fähigkeit zur Auftragserfüllung im Krieg und in anderen Krisensituationen, auch unter Einsatz des Lebens.» Dieses Ziel ist so im Dienstreglement 04 unmissverständlich gesetzt. Es ist grundsätzlich über die Epochen hinweg unverändert geblieben. Nur die Formulierung folgt dem Zeitgeist. So lesen wir im Dienstreglement für die schweizerischen Truppen 1900/1908: «Das Heer kann seiner Aufgabe nur dann gerecht werden, es ist nur dann kriegstüchtig, wenn Offiziere, Unteroffiziereund Soldaten von der Disziplin durchdrungen und richtig ausgebildet sind.» Im Dienstreglement 1933 heisst es: «Das Ziel der Ausbildung ist die Kriegstüchtigkeit. Der Krieg fordert Höchstleistungen vom Soldaten, wie sie vom Bürger im Alltagsleben nur selten verlangt werden; er bedeutet den Einsatz des Lebens.» Praktisch gleich lautet der entsprechende Absatz im Dienstreglement 1954. Lediglich der Satz «Erziehung und Ausbildung haben sich auf diese Anforderungen einzustellen» ergänzt ihn. Inhaltlich identisch ist dieselbe Ziffer im Dienstreglement 1967. Dort wird nur der bis jetzt umfassend verwendete Begriff «Soldaten » durch «Wehrmann jeden Grades » ersetzt. Im Dienstreglement 1980 heisst es: «Das Ziel der militärischen Ausbildung und Erziehung ist die Kriegstüchtigkeit.» In der Zeit der Armee 95 verschwindet der Begriff «Erziehung». So steht im Dienstreglement 1995: «Ziel der militärischen Ausbildung ist die Fähigkeit zur Auftragserfüllung im Krieg und in anderen Krisensituationen, auch unter Einsatz des Lebens.» Ist man sich bewusst, dass es immer um die Vorbereitung auf Extremsituationen geht, erstaunt die Konstanz in der Zielsetzung wenig.

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Formelle Ausbildung: Marsch

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Sport: Unihockey in der Mehrzweckhalle

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Sport_ OL: Start und Ziel am 18. Mai 2007 bei der Waldhütte „Seebach“ des Waffenplatzes. Diese ehemalige Schutzhütte für Waldarbeiter am Rande des Artilleriezielraums mit ihrer Umgebung dient für Vieles: Rapporte, Übungsleitungs-KP, Ort für gesellige, fröhliche Stunden usw.

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Formelle Ausbldung am 16. Mai 2007, Auenfeld, Platz nördlich Ausbildungshallen: Besammlungsübung.

Zur Zielsetzung gehört die Beurteilung, ob das Ziel erreicht worden ist. Dabei wechseln im Lauf der Zeit die Beurteilungskriterien mit ihrer Gewichtung. Ebenso wechseln die Methoden, die Wege zum Ziel. Sie unterliegen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen u.a. der gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen, dem technischen Fortschritt, der Veränderungen der Taktik und Gefechtstechnik, der zur Verfügung stehenden Ressourcen, der zugestandenen Ausbildungszeit. Immer ist klar, dass das in den verschiedenen Dienstreglebementen gesetzte Ziel nie ganz zu erreichen ist. So lesen wir in einem Artikel mit dem Titel «Unsere Feldartillerie-Rekrutenschulen» aus dem Jahr 1890: «Die Rekrutenschule bezweckt die Ausbildung der Rekruten für den Krieg. Der Grad der Ausbildung, nach dem wir streben, ist ein unerreichbares Ideal; durch die Zeit der Ausbildung beschränkt, können wir nur trachten, diesem Ideal möglichst nahe zu kommen.» Diese Aussage ist allgemeingültig.

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Allmend, Kurzdistanzanlage 30 Schiessgrundausbildung mit dem Sturmgewehr 90 (Stgw 90) am 20. April 2007.

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Treffen die Schützen? Erreichen sie das Ausbildungsziel?

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Handhabungsübungen am 12.7 mm Mg 64 in der Ausbildungshalle 2 im Auenfeld.

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Schiessübung vom 20. April 2007 in der 150 m Kurzdistanzanlage 34.

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Die Wege zwischen den verschiedenen Ausbildungsorten legt man am besten mit dem Rad zurück. Hier sind am 16. Mai 2007 Kaderanwärter bei der „Geschützhalle AMP“ unterwegs.

Zu jeder Zeit sind Führer und Ausbilder gefordert, das Ausbildungsoptimum zu erreichen und Methodik wie Didaktik aber auch die Ausbildungshilfen ständig weiterzuentwickeln. Dabei ist es wichtig, dass Grundsätze dazu von allen beachtet werden. Das Reglement «Ausbildungsmethodik», das erstmals auf den 1. August 1968 erscheint, fasst solche Grundsätze zusammen. Es ist ein Reglement mit Signal- und grosser Breitenwirkung bis weit in den zivilen Bereich. Wer es verinnerlicht, beachtet, vermeidet Ausbildungsirrwege und vermindert Leerläufe. Selbstverständlich ist dieses Reglement bis heute immer wieder überarbeitet sowie den neuesten Erkenntnissen und Gegebenheiten angepasst worden.

Nach dem Überblick über die Grundlagen wollen wir jetzt die Artillerierekrutenschulen in Frauenfeld über die Zeitläufe hinweg betrachten, wobei wir uns auf diejenigen Schulen beschränken, in denen vor allem die schiessenden Teile ausgebildet werden. Nicht beschrieben sind die Rekrutenschulen für Spezialisten und alle Kaderschulen.

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Integriertes Artillerieführungs- und Feuerleitsystem (INTAFF), Grundausbildung PC-Bedienungstraining in einem Lehrsaal im Lehrgebäude Auenfeld und …

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… am Echtgerät.

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Grundasubildung Sicherheitsüberprüfung an der 15.5 cm Pz Hb KAWEST: Kontrollverfahren „Bereitstellungsazimut“ SECURA mit Sitometer/Bussole. Bei Schiessübungen sind Sicherheitsüberprüfungen nach dem Erstellen der Schussbereitschaft vorgeschrieben.

Wie ist die Rekrutenschule gegenwärtig gestaltet? Heute rückt jeder Rekrut der Artillerie in die Art RS 30 nach Frauenfeld ein und absolviert hier die Wochen 1 bis 13. Für die Wochen 14 bis 21 wechselt er zum Cdtm IFO 31 (IFO = Instruction en formation) nach Bière und schliesst dort seine Grundausbildung ab. Diese 21 Dienstwochen sind in Perioden unterteilt:

Art RS 30 (drei Starts pro Jahr)
– Wochen 1. – 7.: Allgemeine Grundausbildung (AGA)
– Wochen 8. – 13.: Funktionsgrundausbildung (FGA)
– Wochen 14. – 21.: Verbandsausbildung (VBA 1)

Die «Allgemeine Grundausbildung» umfasst im Wesentlichen
– Grundlagen der Sicherheitspolitik und der Armee, Dienstreglement, Dienstbetrieb, formelle Ausbildung
– persönliche Waffe
– Grundschulung in der Gefechtstechnik des Einzelnen
– ABC-Schutzdienst
– Selbst- und Kameradenhilfe
– Körperliche Ertüchtigung (Armeesport)

In der «Funktionsgrundausbildung» wird der Rekrut für seine Funktion als Kanonier, Kanonier (Panzerhaubitzfahrer), Übermittlungssoldat, Feuerleitstellenvermesser, Artilleriewettersoldat, Artillerienachschubsoldat – um die hauptsächlichsten Funktionen zu nennen – vorbereitet. Die Verbandsausbildung bindet den Einzelnen in ein artilleristisches Ganzes, der taktischen Feuereinheit «Abteilung» ein. Das Schwergewicht liegt dabei auf Übungen Stufe «Batterie», eingebettet in einen Abteilungsrahmen.

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Vorführungen Geschützschule an einem Besuchstag: 15.5 cm Pz Hb L39

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Auenfeld Lehrgebäude: Ausbildungssaal Artilleriefeuerleitsystem 83 (FARGO). Grundausbildung, im Vordergrund: Ausbildnerpult.

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Zu allen Zeiten beliebt: die Hindernisbahn, besonders wenn sie im Team mit dem schweren Mg 64 überwunden werden muss!

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Bezug des Arbeitsplatzes in der Art RS 225-1964: Kommando „Achtung, fest“ und schon bewegt sich die 10.5 cm Hb in die richtige Richtung.

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Einzelgefechtsausbildung im „Galgenholz“ in der Art RS 225-1970: Bewaffnung: Sturmgewehr 1957 (Stgw 57)

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Grundausbildung am Armeetelefon in der Art RS 25-1971 auf der „Murgwiese“; diese Wiese mit ihren Baracken und dem umliegenden „Buebewäldli“ ist jahrzehntelang Übermittlungsausbildungszentrum sowie wichtiges Gebiet für die Einzelgefechtsausbildung. Einer ihrer Vorteile ist die Nähe zur Kaserne Stadt.

In der «Armee 95» sind tiefere Ausbildungsziele gesetzt. Die Rekrutenschule dauert ja nur 15 Wochen. Die Verbandsausbildung soll nur bis Stufe Batterie führen. Das setzt bei der Artillerie Fragezeichen, da das Waffensystem immer mindestens die Einbettung in einen Abteilungsrahmen verlangt, um einigermassen realistisch zu funktionieren. Das System «Artillerieabteilung» während der Rekrutenschule einzuführen, ist nicht einfach. Es gilt auch in der «Armee 95»: Was vor allem bei den Kadern in den Schulen nicht eingeübt werden kann, lässt sich später in den Wiederholungskursen nur sehr schwer und mit grossen Anstrengungen nachholen. Die Frauenfelder Rekrutenschule gliedert sich:

Art RS 32/232
– Wochen 1. – 3.: Grundausbildung
– Wochen 4. – 6.: Funktionsausbildung
– Woche 7.: Erste Geschützschiessen
– Wochen 8. + 9.: Batterieschulung
– Woche 10.: Prüfungen für Fachauszeichnungen
– Wochen 11. – 13.: Anwendungsübungen; Inspektion der Schule
– Woche 14.: Durchhalteübung
– Woche 15.: Demobilmachung

Das Interesse an der militärischen Ausbildung ist in der Öffentlichkeit nach wie vor gross. Am Ende der 9 Rekrutenschulwoche findet deshalb ein Besuchstag für die Angehörigen statt. Der an einem Samstag stattfindende Anlass zieht jede Schule zwischen 3000 bis 5000 Besucher an. Diese beliebten Besuchstage sind seit den 1970er- Jahren üblich geworden. Die Verlegung von der 11. – 13. Woche findet im Laufental und auf dem Waffenplatz Bure statt. Im Rahmen der Durchhalteübung verschiebt sich dann die Schule zurück nach Frauenfeld.

Zu den Zeiten der Armee 61 verfügt der Waffenchef der Artillerie über die Waffenplätze Bière, Frauenfeld, Monte Ceneri und Sitten. Rekrutenschulen der mechanisieren Artillerie finden in Bière und Frauenfeld statt. Die 17wöchige Ausbildung in Frauenfeld ist in folgende Perioden aufgeteilt, die allerdings ineinander fliessen und von Schule zu Schule auch leichte Anpassungen erfahren:

Art RS 32/232-1991
– Wochen 1. – 11.: Grundausbildung
– Wochen 12. – 13.: Verbandsausbildung Batterie und Abteilung mit Schwergewicht Artillerieschiessen
– Wochen 14. – 15.: Verbandsausbildung Batterie und Abteilung mit Schwergewicht Beweglichkeit sowie gefechtstechnische Standards
– Woche 16.: Durchhalteübung als Panzerhaubitzabteilung mit Schwergewicht Bewältigung komplexer Situationen sowie Artillerieschiessen unter besonderer Belastung
– Woche 17.: Schlussübung und Demobilmachung

In den RS-Wochen 1. – 11. ist die Schule nach den Bedürfnissen der auszubildenden Funktionen gegliedert. Im Laufe der 11. Woche wird daraus eine Schulabteilung, die in etwa der Ordre de Bataille einer Panzerhaubitzabteilung entspricht. Während der 12. Woche disloziert die Schule für den ersten Teil der Verlegung auf den Waffenplatz Bière. Die Schulabteilung wird dort von Abteilungskommandanten geführt, die «den Major abverdienen». In der Regel sind es zwei Kommandanten, die sich folgen. Die Schulabteilung bleibt bis in die 14. RS-Woche im Raum Bière und verschiebt sich für den zweiten Teil der Verlegung auf den Waffenplatz Bure (Geschützbatterien) und ins Laufental (Feuerleit und Dienstbatterie). In dieser Phase findet meist die grosse Inspektion durch den Waffenchef der Artillerie oder einen Divisionskommandanten statt. Sie kann aber auch zu Beginn der 17. RSWoche als Schlussübung geplant sein. Die 16. RS-Woche ist der anspruchsvollen Durchhalteübung, zu der ein 50 km-Fussmarsch gehört, gewidmet. Sie beginnt an den Verlegungsstandorten und endet auf dem Waffenplatz Frauenfeld. Betrachten wir jetzt die Ausbildung, wie sie gegen Ende der Zeit der gezogenen Artillerie aussieht.

Art RS 33/233-1982 und Art RS 25/225-1978
– Wochen 1. – 6.: Einzelausbildung (Anlern- und Festigungsstufe); Mobilmachung; Theorien an Rekruten; Praktische Ausbildung; Einzelgeschützschiessen
– Wochen 7. – 11.: Trupp- und Gruppenausbildung (Anlern- und Festigungsstufe); Gefechtstechnische Ausbildung; Motorisierter Marsch; Bezug von Bereitschaftsräumen; Stellungsbezugsübungen; Batterie- und Abteilungsschiessen; Fortsetzung praktische Ausbildung
– Wochen 12. – 13.: Zugs- und Batterieausbildung (Festigungs- und Anwendungsstufe); Einsatzübungen im Zugsverband; Einsatzübungen im Batterieverband; Batterie- und Abteilungsschiessen
– Wochen 14. – 17.: Felddienst (Anwendungsstufe); Einsatzübungen im Batterieverband inkl. Feldbefestigungsbauten: 1 – 2 Abteilungseinsatzübungen mit Schiessen; Durchhalteübungen; Gruppengefechtsschiessen; Abschluss der praktischen Ausbildung; Repetitionen; Demobilmachung (ab Mittwoch, 17. Woche)

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Vorbeimärsche bzw. Defilees sind besondere Anlässe im Dienstablauf und markieren oft den Abschluss einer Ausbildungsperiode. Hier defiliert die Bttr III/Art RS 25-1965 auf dem „oberen Mätteli“

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Lange Zeit ist der Vorbeimarsch nach der Rückverschiebung aus den Verlegunsräumen vor dem Einrücken in Frauenfeld zum Schluss der Felddienstperiode ein fester Programmteil und Inspektionspunkt. Eine beliebte Defilierstrecke ist die Strasse Elgg-Häuslenen mit dem Standort des Inpsektors beim Egghof. Hier rollen M4 mit 10.5 cm Hb 46 der Bttr I/Art RS 25-1971 vorbei. Die Geschützbedienungen verharren noch in der Grusshaltung nach dem Kommando „Achtung, rechts!“ Nach wenigen Metern wird „Geradeaus, marsch!“ kommandiert werden. Ob Oberstleutnant Carnier einen guten Eindruck gewonnen hat?

Die Felddienstperiode als Verlegung führt zu dieser Zeit meist ins Engadin, hier beispielsweise ins Unterengadin mit Standorten Zernez, Giarsun und ins Münstertal nach Tschierv, Sta. Maria und Müstair. Diese Wochen im Mai bzw. im Oktober bleiben unvergessen. Die Übungsmöglichkeiten sind ideal, die Witterungsverhältnisse meist gut bis bilderbuchmässig, wobei mindestens einmal pro Verlegung mit einem Wintereinbruch gerechnet werden kann. Kader und Truppe erlernen praktischen Winterdienst. Weitere Verlegungsstandorte sind das Oberengadin, die Landschaft Davos mit dem oberen Prättigau sowie der Raum Bad Ragaz – Buchs. Vor 1961 spielten auch Schams und Rheinwald eine Rolle. Es sei erwähnt, dass auch die Artillerieoffiziersschule Frauenfeld Graubünden sehr zu schätzen wusste. Sicher von 1961 bis Ende 1993 ist sie in Davos in der Verlegung. Die Namen der Artillerieschiessgebiete Vereina, Flüelapass mit Val Grialetsch, Dischma zerfliessen jedem, der dabei gewesen ist, auf der Zunge und die Erlebnisse und Erfahrungen bleiben unvergessen. Es passt dort für die Ausbildung des damaligen Waffensystems das meiste zusammen. Natürlich sind alle diese Gebiete sowohl für die Ausbildung in der Rekrutenschule als auch der Offiziersschule der mechanisierten Artillerie nicht mehr geeignet. Sie werden deshalb aufgegeben. Ein weiterer Raum für Verlegungsperioden in dieser Zeit ist das Gebiet Einsiedeln – Sihlsee – Ibergeregg mit Schiessübungen am Hoch-Ybrig.

Seit wann dauert die Rekrutenschule vier Monate? Richtig, seit dem 2. Februar 1939. Die Verlängerung erfolgt im Rahmen der Aufrüstung nach der Machtergreifung Hitlers. Bevölkerung und Politik begreifen nach und nach die Bedrohung durch das «Dritte Reich» und handeln. Im Rüstungsbereich, in der Armeeorganisation, bei der Ausbildung usw. wird verbessert. Hier sind weitere Eckdaten dieses Aufbaus:

1934
Revision der Militärorganisation mit Verlängerung der Rekrutenschule; für die Artillerie dauert sie jetzt 88 Tage (13 Wochen).
1936
Wehranleihe
1.1.1938
Inkraftsetzung der Truppenordnung (TO) 1936.

Die Gestaltung der Artillerierekrutenschulen durch die Zeiten des zweiten Weltkriegs bis zur vollständigen Motorisierung nach 1947 kommt bekannt vor:
– Periode 1: ca. Wochen 1 – 3 Allgemeine soldatischeAusbildung; Ausbildung an Handfeuerwaffen und am Geschütz, Reiten
– 10. RS-Tag: 1. Pferdeannahme
– Periode 2: ca. Wochen 4 – 13 Ausbildung der Einheit mit Fahren; Stellungen beziehen; Schiessen usw.
– 30. RS-Tag: 1. Pferdeannahme
– 59. RS Tag: 2. Pferdeannahme
– Periode 3: ca. Wochen 14 – 17 Felddienstausbildung

Erwähnenswert ist, dass erst zwischen 1940 und 1944 alle Artilleristen zum Seitengewehr eine persönliche Schusswaffe erhalten haben. So erhalten neben andern auch die Fahrer der Feldartillerie den Karabiner 31.

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Eine Reitunterrichtsklasse mit ihrem Instruktor bei der „alten Geschützhalle“; heute beginnt hier die Überführung der „Militärstrasse“ über die A7

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Ein Spiel der Frauenfelder Rekrutenschule mit seinem Instruktionsunteroffizier Adj Uof Meier, genannt „Gügeli-Meier“, zwischen dem „Oberen Graben“ und dem „Oberen Mätteli“; dahinter rechts: Bau II, weiter links Bau V „Wäschhüsli“, Kaserne Stadt in der Zeit des zweiten Weltkrieges.

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… und immer wieder: „Achtung, fest!“; 7.5 cm Kanone 03/22 bei den „Fouragemagazinen“ Waffenplatzstrasse-

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Schiessen mit Faustfeuerwaffen in der „Kiesgrube Allmend“

In der Artillerie sind ausserdem Trompeter vor allem für den Signaldienst eingeteilt. Sie umrahmen aber selbstverständlich auch die besonderen militärischen Anlässe. In der Feldbatterie ist für diese Funktion ein Sollbestand von vier Trompetern ausgewiesen, denen drei Reitpferde zur Verfügung stehen. In den Rekrutenschulen werden eigentliche Reitermusiken ausgebildet.

Der Soldat ist immer stolz auf seine Leistungen, weil er sie meist mit im Vergleich zum Auftrag beschränkten Mitteln und unter widrigen Umständen erbringt. Ton und Ausdruck, wie darüber gesprochen wird, folgt dem Zeitgeist. So zieht beispielsweise ein Batteriechef 1937 am Ende seiner Kommandozeit Bilanz: «Wie hiess doch das stolze Ziel, das wir uns einst in unerschütterlichem Vertrauen in unsere eigene Kraft gestellt hatten: ‹Im Exerzieren und Melden strammer als die Preussen, im Schiessen rascher und exakter als die Franzosen und im Graben und Tarnen raffinierter
als die Italiener›. War es erreicht? Kein Zweifel: wir alle haben redlich daran gearbeitet, haben uns mit Leib und Seele dafür eingesetzt. Kein Zweifel auch: wir sind auf dem rechten Weg und wir haben ein schönes Stück zurückgelegt.»

Hier eingestreut soll ein Mittelvergleich zwischen heute und jener Zeit eingestreut werden, damit die Entwicklung der Waffengattung Artillerie und selbstverständlich ihrer Ausbildung noch augenfälliger wird:

Feld-Batterie 1938
2 Geschützzüge
1 Munitionszug
1 Batteriereserve
Of: 6
Uof: 25
Sdt: 144
Gesamtbestand: 175
Reitpferde: 24
Zugpferde: 108
Fuhrwerke: 17
Fahrräder: 2
Karabiner: 73
Leichte Maschinengewehre mit Lafette: 2
7.5 cm Kanonen 03/22 L30: 4
Artillerie-Batterie Typ A/B 2007
1 Kommandozug
1 Geschützzug
1 Nachschubszug
Of: 5
Uof: 22
Sdt: 98
Gesamtbestand: 125
Feuerleitpanzer: 2
Kommandopanzer: 1
Motorräder: 2
Geländepersonenwagen: 7
Lastwagen leicht: 2
Lastwagen: 3
Raupentransportwagen 68: 6
Feldumschlaggerät: 1
Sanitätswagen: 1
Fahrräder: 12
Sturmgewehre: 117
12.7 mm Maschinengewehr 64: 15
15.5 cm Panzerhaubitzen KAWEST L47: 6

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Parkdienst 1905 auf dem „Oberen Mätteli“ rechts hinten der „Schweizerhof“

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Beim Tränken 1905 im Kasernenhof Kaserne Stadt vor Bau I. Der Umgang und die Pflege des Pferdes haben äusserst hohe Bedeutung.

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Der Bahnbau hat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die militärische Operationsführung stark beeinflusst, weil jetzt eine rasche Verschiebung grösserer Trzppenteile über grosse Distanzen möglich geworden ist. Bahnverlad 1905 auf der „Militärrampe“ vis à vis der Kaserne Stadt. Diese Rampe wird, bevor die Verladerampe „Juch“ gebaut worden ist, auch noch für den Verlad von Panzerhaubitzen benutzt. Sie muss dann dem Neubau des Bahnhofes Frauenfeld (Bahnhof 2000) weichen. Die Lok-Schuppen hinten stehen noch.

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Antrittsverlesen Art RS 30-2/2007 im Auenfeld; hinten Betankungsanlage

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Hauptverlesen Bttr VI/Art RS 24/25-1968 im „Oberen Graben“; links ist der Bau II Kaserne Stadt. Die Uniformen sind heute anders. Der militärische Tagesabalauf bleibt klar strukturiert.

Gehen wir noch etwas weiter in die Vergangenheit zurück. Wie mögen wohl die Frauenfelder Rekrutenschulen der 1920er Jahre gestaltet gewesen? Nehmen wir als Beispiel die Feldartillerierekrutenschule II von 1925. Sie dauert vom 6. Februar bis am 23. April, also 11 Wochen. In der Zeitschrift «Der Schweizer Artillerist» von 1925, Nr. 5 berichtet Leutnant Uhlmann über den «Ausmarsch» dieser Schule, in der er seinen Grad abverdient hat. Folgen wir seinen hier gekürzten Ausführungen:
– Ostermontag, 13. April: Die drei Batterien marschieren an diesem regnerischen Tag auf verschiedenen Routen nach Feuerthalen, wo sie sich zur Abteilung vereinigen, um von dort geschlossen ihre Ziele Beringen, Löhningen und Neunkirch SH zu erreichen. Dabei defilieren sie vor dem Schulkommandanten Oberstleutnant von Muralt und einer riesigen Zuschauermenge mitten in der Stadt Schaffhausen. Sowohl auf dem Durchmarsch als auch in den Kantonnementsorten findet die Truppe freudigste Aufnahme.
– Dienstag, 14. April: Die Batterien marschieren in ihre vorbereiteten Stellungen im Lieblosen- und Eschheimertal. Die Abteilung hat – im Verband mit einer supponierten kombinierten Infanteriebrigade – die Aufgabe, den Aufmarsch einer feindlichen Armee im Norden unserer Grenze aufzuhalten. Als Ziele sind – über den ganzen Randen verteilt – Scheiben aufgestellt worden. Die Beobachtungsposten werden auf dem Beringer Randenturm eingerichtet.DieserersteSchiesstag dient dem Einschiessen und der Ermittlung der Unstimmigkeiten.
– Mittwoch, 15. April: Mit diesen Vorbereitungen kann jetzt ohne weiteres mit Hilfe der Schiesspläne zum Wirkungsschiessen übergegangen werden. Es zeigt sich, dass die Vorbereitungen richtig und genau gewesen sind, denn die Beobachtungen ergeben durchwegs günstige Distanzen, günstige Sprenghöhen und gute Richtungen.
– Donnerstag, 16. April: Die Kantonnemente im Klettgau werden aufgegeben. Bei starkem Regenwetter verschiebt sich die Abteilung über den Rhein zurück. Diesmal benützt die Schule zum berschreiten des Rheins statt der grosse Brücke bei Schaffhausen den Steg bei Flurlingen, der in grossen Abständen fuhrwerksweise ohne Schwierigkeiten passiert werden kann. Im Chohlfirst beziehen die Batterien Stellung mit Wirkungsmöglichkeit auf die Rheinufer, um dem nachdrängenden Feind den Übergang zu verunmöglichen. Die Meldung, der Feind habe den Rhein berschritten, zwingt zu einem zweiten Stellungsbezug nördlich Andelfingen. Bei Anbruch der Nacht wird in Grossund Kleinandelfingen feldmässig Kantonnement bezogen.
– Freitag, 17. April: Der Morgen dieses Tags sieht die Batterien schussbereit in ihren Stellungen zur Abwehr auf die Höhen nördlich Trüllikon. Die Manöverpatronen werden in energischem Sperrfeuer in den kalten Morgen hinausgepfeffert und damit hat die Übung ihr Ende gefunden. In der anschliessenden Kritik beleuchten Oberstdivisionär Dormann als Inspektor der Schule und Oberstleutnant von Muralt als Schulkommandant die Übungen des Ausmarschs und die Leistungen der Truppe. Mit dem Gefühl, dass das geleistet worden ist, was eine zuverlässige Truppe am Ende einer Rekrutenschule zu leisten imstande ist, kann der Rückmarsch nach Frauenfeld angetreten werden.

Es ist sehr freundeidgenössisch zu und her gegangen. Im Bericht steht auch: «Dass die Bevölkerung, bei der wir zu Gast waren, am Besuch unserer Schule Freude gehabt hatte, haben wir an unzähligen Beweisen der Gastfreundlichkeit und im ungezwungenen Zusammensein mit ihr ersehen können. In Beringen hatten zum Beispiel die anwesenden Schaffhauser Offiziere für ihre Vorgesetzten und Kameraden einen geselligen Abend veranstaltet, zu dem befreundete Offiziere aus Schaffhausen und hübsche Schaffhauserinnen eingeladen waren. Bei Tanz und frohen Liedern sass man zusammen und hatte nur allgemeines Bedauern, dass schon bald nach Mitternacht aufgebrochen werden musste und dass keine Möglichkeit der Wiederholung in Aussicht stand. Auch Unteroffiziere und Soldaten hatten mit der Klettgauer Bevölkerung bald Kontakt gefunden und mit Töchter- und einseitig Gemischten Chören irgendeinen Schwof losgelassen. Und dass sich auch Fäden zwischen einzelnen Seelen gesponnen haben, bewies der rege Postverkehr, der nach dem Ausmarsch von Frauenfeld nach dem Klettgau – und speziell nach Neunkirch – einsetzte…»

Aus diesen Schilderungen entnehmen wir etwas Allgemeingültiges über den Dienstbetrieb in Ausbildungsdiensten. Es sind weder perfekt organisierte Zugsarbeitsplätze noch brillante Theoriestunden, deren man sich erinnert und über die man erzählt, sondern Schilderungen von anspruchsvollen, strengen Einsatzübungen sowie Gemeinschaftserlebnissen machen die Runde, besonders wenn man dabei Vorgesetzten mit nicht ganz reglementskonformer Auftragserfüllung ein Schnippchen geschlagen hat und jetzt damit auftrumpfen kann. «Soldatenleben, ei das heisst lustig sein…» heisst es doch im Lied. Frohe Stunden gehören dazu. Verantwortliche Kader haben mit dem Übungsbetrieb in jeder Epoche für nachhaltige, positive Diensterlebnisse zu sorgen.

Werfen wir jetzt einen Blick auf eine Rekrutenschule vor der Militärorganisation von 1907.

Rekrutenschulen der Feldartillerie des Jahres 1900
– Periode 1: Wochen 1. – 5. Einzelausbildung der Rekruten oder vereinigten Geschützbedienung und Zusammenexerzieren der gesamten Geschützbedienungen einer Batterie (Schiessschule); Ausbildung der Fahrer des einzelnen sechsspännigen Fuhrwerks.
– Periode 2: Wochen 6 + ½ 7 Einüben der Zusammenarbeit in der bespannten Batterie als Vorübung auf deren feldmässige Tätigkeit.
– Periode 3: Wochen ½ 7 + 8 Die feldmässige Tätigkeit der bespannten Batterie, inbegriffen die feldmässige Inspektion.

Die ganze Rekrutenschule dauert somit acht Wochen und das Endziel der Ausbildung ist «die möglichst vollkommene Tätigkeit der bespannten Batterie». Viele Forderungen zum Dienst- und Ausbildungsbetrieb dieser Zeit muten sehr modern an. Anders ausgedrückt: die Probleme sind im Grundsatz gleich geblieben. So lesen wir zum Beispiel bezüglich Arbeitszeit: «Die Arbeitszeit sei namentlich im Anfang keine zu ausgedehnte und nicht mit verschiedenartigem Unterricht überladen, die Nachtruhe genügend (wenigstens sieben Stunden). Mit fortschreitender Ausbildung kann mehr Arbeit verlangt werden. Dies hindert nicht, gegen den Schluss auch grosse Anstrengungen zu fordern. Zweckmässig wird der Hauptteil der Arbeit auf den Vormittag verlegt und nach kurzer Mittagspause (von etwa 1-1½ Stunden) der Nachmittag so verwendet, dass vor dem (etwa um sechs Uhr) abends stattfindenden Hauptverlesen auch alle täglichen Reinigungsarbeiten vollendet sind, so dass der Mann, der seine Pflicht erfüllt hat, nachher auch wirklich frei ist.» Auch heute interessant sind Forderungen für die Periode 3. Dazu heisst es: «Durch Erhöhung der Anforderungen müssen die soldatischen Qualitäten von Cadres und Mannschaften gesteigert werden und namentlich ist durch viele Wechsel in der Zeitverwendung (keine bestimmten Tagesbefehle mehr) der gesamten Batterie die Überzeugung anzugewöhnen, dass es unter allen Verhältnissen nur eine einzige Art der gewissenhaften Pflichterfüllung gibt:» Gestern wie heute bleibt die Bedeutung des «Inneren Diensts»: «Zur Unterkunft einrückend wird in der militärisch gut erzogenen Batterie vom Batteriekommandanten bis zum letzten Rekrut kein Mann an seine eigenen Bedürfnisse denken, bevor Geschütz und Pferd, das kleinste Detail in der Batterie, wieder in kriegstüchtigen Zustand gebracht ist. Die Ausbildung einer Batterie, die am Schlusse der Schule ordentlich manövriert und schiesst, bei der jedoch innere Pünktlichkeit und gewissenhafte Pflichterfüllung zu wünschen übrig lässt, ist mangelhaft.»

Übungsmöglichkeiten und Ausbildungshilfen

Schon immer ist es das Bestreben jeden Ausbilders, seine Ausbildung effizient, stufengerecht und interessant zu gestalten. Eine Grundvoraussetzung dazu ist, dass jedermann sinnvoll zu tun hat. Durch organisatorische Massnahmen, durch geschickte Methodenwahl und genügend Gerät kann dies erreicht werden. Eine Schwierigkeit besteht vielfach darin, dass gleichzeitig gleiche Funktionen auszubilden sind, für die nur eine beschränkte Anzahl Echtgeräte zur Verfügung steht oder dass, wenn eine Funktion an einem Kollektivgerät oder an einer Kollektivwaffe geschult wird, alle anderen Funktionen bzw. Arbeitsplätze blockiert sind oder ungebührliche Wartezeiten entstehen. Weiter kann beim häufigen Üben das Echtgerät vorzeitig verschlissen werden. An anderem – scharfer Munition zum Beispiel – verbietet sich jedes Üben von selbst. Ausbildungshilfen und Ausbildungsmaterial sind deshalb seit je her ein Thema. Modernes Gerät bietet häufig dem Ausbilder kaum Möglichkeiten der direkten Ausbildung und Kontrolle des einzelnen Schülers. Auch verlangt die auszubildende Funktion die Darstellung der übrigen Funktionen des Teams oder des Umfelds. Klassische Beispiele dafür sind die kampfwertgesteigerte Panzerhaubitze und das Schiesskommandantenfahrzeug. Simulatoren können solche Ausbildungsprobleme lösen. Jeder gute Simulator
– zwingt zur absolut korrekten und zeitgerechten Arbeit;
– ermöglicht, gezielt Situationen zu üben, die mit dem Echtgerät oder Echtverfahren aus Sicherheits- und Umweltgründen nicht möglich sind;
– stellt die Auszubildenden in ein glaubhaftes Umfeld und macht Effizienz deutlich;
– gestattet deshalb, in kürzerer Zeit einen höheren Ausbildungsstand sicherer zu erreichen und bereitet deshalb das Personal eines Systemsteils, einer Teileinheit optimal auf die Integration
in das Gesamtsystem vor.

Parallel zur Steigerung der Ausbildungseffizienz mit dem Simulator sinken im Vergleich mit der Ausbildung am Echtsystem die Kosten pro Ausbildungseinheit markant. Augenfällig ist, dass der Kostenaufwand bis und mit Echtschuss mit Geschützen bedeutend höher ist, als mit einem Simulator, dass ein Fahrschulkilometer im Simula-tor bedeutend günstiger zu haben ist als auf der Strasse oder im Gelände. Unbestritten bleibt, dass die Ausbildung am Simulator die Ausbildung am Echtgerät nicht vollständig ersetzen kann. Die Simulatorausbildung legt immer nur die solide Basis, auf die dann mit dem Echtgerät im Gelände aufgebaut wird. Allerdings setzen die Verfügbarkeit von Ausbildungsgelände bzw. dessen Ausdehnung und Beschaffenheit sowie Umweltfaktoren
auch hier Grenzen. Trotzdem! Zum militärischen Handwerk gehört, dass es draussen, bei Wind und Wetter, bei widrigen Umständen, bei Belastung usw. auszuüben ist. Die Übung im Gelände, der
scharfe Schuss bleiben immer die Ausbildungshöhepunkte und sind durch nichts ganz zu ersetzen.

Wohl sind die Schiessmöglichkeiten in Frauenfeld bezüglich Zielraum, Feuerstellungen, Schussweiten begrenzt, genügen aber für die Feuertätigkeit in der ersten Verbandsausbildung vollumfänglich. Diese Möglichkeiten sind seit 2007 noch verbessert. Ein Lichtwellenleiternetz (Übungs-TRANET) auf dem Waffenplatz mit 12 Feldanschlusskasten (FAK) ist jetzt verfügbar.
Es erfüllt Funktionen des militärischen Fernmeldesystems, das normalerweise von den Führungsunterstützungstruppen aufgebaut wird und den realistischen, vollumfänglichen Betrieb des «Integrierten Artillerie Führungs- und Feuerleitsystems» (INTAFF) ermöglicht. Die Truppengattungen Artillerie und Führungsunterstützung können zeitlich ja bloss beschränkt zusammen üben. Deshalb ist dieses Übungs-TRANET nötig gewesen.

Nicht zu unterschätzen sind die Übungsmöglichkeiten für Artillerieverbände in der engeren und weiteren Umgebung des Waffenplatzes. Von der taktischen Übung der Kader oder Kaderanwärter über die Rahmenübung bis zur Volltruppenübung (Manöver) ist alles sehr gut möglich. Gerne schliesst auch eine Volltruppenübung mit einem Scharfschiessen ab. Durch geschickte Zuteilung der Übungsräume mit ihren Zu- und Wegfahrten durch den Kommandanten Artillerieausbildungszentrum Ost können die Belastungen «gerecht» verteilt werden. Es erstaunt und erfüllt mit Dankbarkeit, wie gut auch heute noch jede Truppe, die sich an die Vorgaben, die «Spielregeln» hält,von der betroffenen Bevölkerung empfangen wird. Probleme, die es immer gibt, lassen sich meist einvernehmlich lösen.

Wenden wir uns jetzt besonderen Ausbildungshilfen zu. Frühe, bekannte Ausbildungshilfen im Geschützdienst der gezogenen Artillerie sind der Richtbalken und die Manipuliermunition. Am Richtbalken können die angehenden Richtkanoniere am heiklen Einstellen der Werte der Seite (Horizontalwinkel) für das Einrichten des Geschützes beim Stellungsbezug sowie für die Rohrrichtung in der horizontalen Ebene beim Schiessen geschult werden. Mit der Manipuliermunition wird die richtige Handhabung der Munition geübt. Besonders hervorzuheben ist hier der Manipulierzeitzünder, der so genannte «Tempierkopf». An ihm wird die Einstellung der Tempierung (Flugzeit bis der Zünder die Granate zur Wirkung zu bringen hat) geschult. Eine Arbeit, die absolute Präzision verlangt!

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Inspektion Richterausbildung am Richtbalken

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Inspektion Geschützschule

Diese Bilder stammen aus der Art RS 25-1965. Der Waffenchef der Artillerie, Divisionär Max Petry, inspiziert die Grundausbildung am Geschütz. Ausbildungskontrolle mit Bewertung und nötige Korrekturen sind zu allen Epochen ein grosses Thema. Die mechanisierte Artillerie stellt weitaus höhere Anforderungen an Ausbildungshilfen im Geschützdienst. Einerseits ist der Ausbildungsaufbau komplexer und die Stofffülle grösser, andererseits ist der Betrieb der Panzerhaubitze teurer. Ein Geschützsimulator soll die gesteigerten Ausbildungsbedürfnisse befriedigen helfen. Die Schiessausbildungsanlage für Panzerhaubitzen, abgekürzt «SAPH», wird entwickelt und ab 1988 in Betrieb genommen. Die Anlage besteht aus sechs fest in einer Halle eingebauten Geschützen, einer Feuerleitstelle mit allen Geräten sowie dem Überwachungszentrum. Sie gestattet die Ausbildung einer einzelnen Geschützmannschaft (ohne Fahrer) als kleinste Einheit bis zum gemeinsamen Training der Feuereinheit Batterie. Es können alle an der Feuertätigkeit einer Batterie beteiligten Teile von der Ankunft in der Feuerstellung, über das Schiessen von Feuerschlägen oder Einzelschüssen, bis zum Verlassen der Stellung wirkungsvoll geschult werden. Die Anlage ist je-doch kein Führungssimulator. Mit der Ablösung der 15.5 cm Pz Hb L39 durch die 15.5 cm Pz Hb KAWEST wird die SAPH obsolet.

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Schiessausbildungsanlage für 15.5 cm Pz Hb L 39 (SAPH 88); Ausbildungshalle im SAPH-Gebäude Auenfeld.

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SAPH 88: Geschützturm 3

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SAPH KAWEST: Das Geschütz „fährt“ Richtung Geschützfeuerstellung.

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SAPH KAWEST: Feuer! Während der Feuertätigkeit sind am Geschütz alle Luken geschlossen und niemand hält sich ausserhalb auf.

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SAPH KAWEST: Überwachungszentrum der Übungsleitung mit militärischen und zivilem Ausbilder.

Die kampfwertgesteigerte Panzerhaubitze stellt ganz andere Anforderungen an die Ausbildung. Während bei der «alten» Panzerhaubitze neben dem eigentlichen Schiessprozess das Erstellen der
Schussbereitschaft mit dem Einrichten der Geschütze arbeitsintensiv und damit auch ausbildungsintensiv gewesen ist, wird dies bei der Pz Hb KAWEST der Bedienung durch die Technik abgenommen. Hingegen steigen die Anforderungen für den Bezug der Geschützfeuerstellung. Die «SAPH KAWEST», die 2005 eingeführt wird, befriedigt die neuen Bedürfnisse. Sie besteht aus je einer 1800 Grossprojektion pro Geschütz für das virtuelle Gelände, einer Batteriefeuerleitstelle und einem Batteriekommandoposten sowie dem Überwachungszentrum für die Übungsleitung. Die Frauenfelder Anlage ist auf zwei Geschütze beschränkt. Trotzdem ist es neben dem Einsatz- und Schiesstraining des einzelnen Geschützes möglich, in begrenztem Umfang auch die Feuereinheit Batterie zu schulen. Die Simulation ist für alle wesentlichen Aufgaben möglich:
– die Feuerführung und Feuerleitung in der Batterie;
– alle Arten des Feuerkampfs, der Feuertätigkeit;
– den Kampf an Ort und Stelle (Nahverteidigung).

Auf der «SAPH KAWEST» kann also auch geführt und gefahren werden. Sie ist ein Optimum und rechtfertigt die sehr hohe Investition und die beträchtlichen Betriebskosten vollumfänglich. Jeder Ausbilder im Bereich Geschützbatterie nutzt sie mit Dankbarkeit.

Schiessen ist Schall und Rauch wenn nicht getroffen wird. Die Feuerleitung mit allen daran Beteiligen stellt das Treffen sicher. Der Schiesskommandant ist Teil davon. Sein Können, seine Schiessfertigkeit sind gefordert. Neben einer soliden Ausbildung in der Taktik der Feuerverwendung, der Vorstellung vom Gefecht, der Taktik und Gefechtstechnik der zu unterstützenden Kampftruppen, des Aufklärungs-, Nachrichten- und Übermittlungsdiensts in seinem Bereich muss er eben die Feuerleitung beherrschen. Dazu gehören Komman-dotechnik, Beobachtungstechnik,
Schiessregeln, Zielvermessung. Der Ausbildungsaufwand ist hoch und es braucht schon etwas Erfahrung, bis man zum Könner wird, obschon die moderne Technik grosse Hilfe leistet.

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Aspirantenklasse Hptm Baudenbacher ca. 1950 bei der „Alten Geschützhalle“.

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Aspirantenklasse Oberst i Gst Ammann 1975 auf dem „Beobachtungshügel Nord“ an der „Waffenplatzstrasse“, im Vordergrund ein Batterieinstrument (Bttr Instr).

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Klasse Major Bühler 2007 beom „Beobachtungshügel Süd“ in der Nähe des „Silberhangars“ bzw. des „Thurbogens“ der Pferderennbahn Frauenfeld. Die Oberwachtmeister (Aspiranten) tragen die Rollmütze 06. Das technische Hilfsmittel ist die Zielvermessungs- und Beobachtungsausrüstung (ZVBA) des motorisierten Schiesskommandanten (SKdt). Sie ist parallel ab 2003 zu INTAFF und SKdt Fz eingeführt worden.

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Der mechansierte SKdt in seinem Fahrzeug: rechts: der einklappbare Sensorkopf der optronischen Beobachtungs- und Aufklärungsausrüstung (BAA); Standort: beim „Blockhaus rechts“, Raum Pt 391 in der Nähe des Clublokals eines kynologischen Vereins, der auch Gastrecht auf dem Waffenplatz geniesst.

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Standort beziehen, beobachten, treffen, sofort verschwinden!

Heute braucht es die Augen immer noch, aber sie werden wirksam durch optronische Mittel, über die u.a. das Schiesskommandantenfahrzeug verfügt, unterstützt. Im Stellungsraum gilt Schiessen
und Verschwinden, im Einsatzraum des Schiesskommandanten «Beobachten und Verschwinden». Sowohl die Panzerhaubitze als auch das Schiesskommandantenfahrzeug machen diese Gefechtstechnik zum eigenen Schutz erst möglich.

Schon früh haben Ausbildungsverantwortliche nach Ausbildungshilfen für die gesamte Feuerleitung gesucht. Monsieur André Baranoff (4.9.1893 – 30.12.1974), Offizier im ersten Weltkrieg in russischen und französischen Diensten hat ein Schiessgerät geschaffen, mit dem die gesamte Feuerleitung trainiert werden kann. Auf ein Relief wird mit einem Schwenkarm die Lage eines Schusses gezeigt. Je nach befohlener Munitionsart erfolgt die Anzeige als Aufschlag (Berührung des Reliefs) oder als Zeitzünder (Stopp der Bewegung über dem Auftreffpunkt). Die Werte, die am Gerät einzustellen sind, sind echte Schiesselemente, die durch die Feuerleitstelle im Echtverfahren berechnet werden müssen. Die eingegebenen Schiesselemente des Geschützes werden von Schuss zu Schuss mit den realistischen Streuungswerte (Längen- und Breitenstreuung sowie Zeitzünderstreuung) ergänzt. Ein einfacher Zufallsgenerator ermittelt diese Streuungswerte. Auch wenn bloss Schuss um Schuss gezeigt werden kann, ergibt sich doch das Trefferbild eines Feuerschlags. Die Schweizer Armee beschafft nacheinander fünf Apparate, die aufgrund von Erfahrungen weiterentwickelt werden. In der Kaserne Stadt, Räume B19 und B20, ist das Gerät 1927 eingebaut worden und leistet bis 1979 seine guten Dienste. Vor allem Artillerieoffiziere üben sich in den berühmten Kursen an den Artillerieschiessgeräten, kurz «Baranoff-Kurse», an Wochenenden in allen Bereichen der Artillerietechnik und der Feuerleitung.

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„Baranoff“: Relief

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„Baranoff“: Bediensungsamnnschaft in Aktion.

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„Projectar“: Übungsraum Kaserne Stadt, B28: als Beobachtungsinstrumente werden Grabenfernrohre verwendet. Die Fotografie ist der Bedienungsanleitung des „Projectars“ entnommen.

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Art Sim 77: Kaserne Stadt, B28

Der Baranoff-Apparat eignet sich bis zur Feuereinheit Batterie. Abteilungsfeuer sind kaum möglich. Walter Gagg konstruiert zur Ergänzung und Erweiterung der Schulungsmöglichkeiten das Schiessausbildungsgerät «Projektar». In einem grösseren Ausbildungssaal wird ein reales Geländebild (Zielraumfotografie) auf eine halbtransparente Leinwand bzw. Glasscheibe projiziert. Auf die wird dann von hinten mit einem «Lichtpunktwerfer » die Lage der Schüsse angezeigt. Bei seiner Arbeit kann der Schiesskommandant die üblichen Beobachtungsinstrumente und Verbindungsmittel einsetzen. Die Feuerleitstelle ermittelt die Schiesselemente und gibt sie an die Bedienungsmannschaft (drei Mann) am «Projektar» weiter. Der Bediener stellt mit einer Lupe die Ablesemarke auf die Leitfotografie, die das für den Schiesskommandanten sichtbare Gelände zeigt, ein. Auf dieser Fotografie sind im Abstand von je 20 ‰ Kurven für die Seite und die Elevation eingetragen. Damit werden über das Gestänge eines Pantographen die Lage der Schüsse hinter der Leinwand positioniert und mit dem erwähnten «Lichtpunktwerfer» durch die Leinwand nach vorn sichtbar gemacht. Die Sache ist etwas eine wacklige Angelegenheit und die Justierung ist ziemlich aufwändig. Dieses Ausbildungsgerät ist von 1946 bis 1977 in der Kaserne Stadt, Saal B28, installiert.

«Baranoff» und «Projektar» sind sehr bedienungsintensiv und benötigen viel Bedienungszeit. Ein in diesen Bereichen weniger aufwändiges System wird gesucht. Der Simulator 77 für Artillerie-Schiessen (Art Sim 77) ist die Lösung. Er ist ein schwedisches Produkt (BT 33) und dient ausschliesslich der Ausbildung der Schiesskommandanten in allen Bereichen der Feuerleitung sowie der Schulung der Beobachtungsorgane der Artillerie mit dem Kommandanten der Kampftruppen im Einsatzraum. Die Schulung der Arbeitsabläufe Schiesskommandant – Feuerleitstelle ist jedoch nicht möglich. Gleichzeitig können 20 Schüler ausgebildet werden.

Der Simulator besteht aus einer Projektionsleinwand mit einem Geländelichtbild. Auf dieses Bild werden gemäss den Feuerbefehlen des Schiesskommandanten Sprengpunkte von Einzelschüssen oderFeuerschlägen projiziert. Der Schiesslehrer bedient den Simulator grundsätzlich selber. Er kann damit unmittelbar mit dem Gerät den Reaktionen der Schüler folgen. Der Simulator verfügt auch über eine Zielbildanlage, mit der feindliche Ziele (fahrende Panzer, fliegende Helikopter, Feindfeuer) dargestellt werden können. 1990/1991 ist auch der Art Sim 77 modernisiert worden. Die Bedienung des Simulators wird einfacher und an jedem Arbeitsplatz steht ein auf die Anlage abgestimmtes Laser-Goniometer 85 zur Verfügung. Weiter kann neu die Wirkung der Kanistergeschosse dargestellt und somit die Schiessverfahren dazu angewendet werden. Zwei «Art Sim 77» werden ab 1976 in Frauenfeld installiert. Der eine kommt in die Kaserne Stadt, Saal B28, der andere in das Feuerleitausbildungszentrum im Souterrain der Mehrzweckhalle an der Waffenplatzstrasse. Später wird die Anlage aus der Kaserne Stadt in die Kaserne Auenfeld verlegt. Heute ist noch die Anlage in der Mehrzweckhalle in Betrieb. Für die Ausbildung des mechanisierten Schiesskommandanten an seinem komplexen Schiesskommandantenfahrzeug bzw. des motorisierten Schiesskommandanten an seiner ebenso modernen Zielvermessungs- und Beobachtungsausrüstung (ZVBA) steht noch kein Simulator zur Verfügung.

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Reitunterricht

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Fahrausbildung mit Pferdezug. Der Weg im Hintergrund ist die heutige „Militärstrasse“.

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Fahrausbildung mit Raupentransportwagen 68 (M548) nähe Kläranlage Frauenfeld.

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FASIP: Fahrerstand bei Fahrt auf ebener Strasse.

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FASIP: Relief mit Kamera

Die Artillerie zeichnet sich durch die Beweglichkeit des Feuers aus, das sehr rasch über grosse Distanzen durch Richten der Rohre sowie durch Anpassung der Schussladungen verlegt werden kann. Natürlich müssen aber zudem alle Systemteile der Artillerie beweglich sein, sei es mit Rad oder Raupe. Bis weit ins 20. Jahrhundert sorgen Pferde für Zugkraft und Beweglichkeit, bis sie durch den Motor abgelöst werden. Schulung der Beweglichkeit läuft parallel zur Schulung des Schiessens. Seinerzeit steigert die Reitbahn die Effizienz der Grundausbildung mit dem Pferd. Der Waffenplatz Frauenfeld hat dazu über drei eigene Reitbahnen verfügt: Halle I–III, wovon die Hallen II und III als ID Hallen der Kaserne Stadt noch stehen.

Für Lastwagen und Raupenfahrzeuge sorgen heute Fahrsimulatoren für eine wirkungsvolle und kostengünstige Grundausbildungder Fahrzeugführer. Schon mit der ersten Bauetappe werden im Auenfeld zwei Fahrsimulatoren für Panzerhaubitzen (FASIP) eingebaut. Bei diesem Simulator ist der Fahrerraum originalgetreu in einer Kabine nachgebaut. Der Fahrer fährt auf einem Relief. Eine Kleinkamera, die sich darauf bewegt, übermittelt direkt nach den Lenkbefehlen, den Beschleunigungen-, Brems- und Schaltmanövern die Sicht des Fahrers. Da die Kabine Längs- und Querbewegungen gemäss den Reliefstrassen bzw. Geländeverhältnissen (Steigung, Gefälle, Querneigung) nachahmt, entsteht das echte Fahrgefühl. Unvorhergesehenes kann der Ausbilder, der die Ausbildung ab seinem Ausbilderstand leitet, einspielen, beispielsweise technische Probleme, die der Fahrer an den Bordanzeigen zu erkennen hat und sachgemäss lösen muss.

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FASPA: Fahrerraum Panzerhaubitze.

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FASPA: generierte Sicht.

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FASPA: Ausbilderplatz

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FASPA: Fahrerstand bei Fahrt in steilem Gelände-

Nachdem der FASIP seine technische Altersgrenze erreicht hat, wird er 2004 durch den «Fahrsimulator Panzer» (FASPA) ersetzt. Bei ihm ist das Relief durch elektronisch generiertes Gelände ersetzt und seine Möglichkeiten sind stark erweitert. Das virtuelle Gelände hat eine Ausdehnung von 30 x 30 km. Alle Situationen, die dem Fahrer begegnen können, sind darstellbar. Auch können ihm ca. 50 Pannen und Störungen «eingebaut » werden. Aufgezeichnete Bildsequenzen unterstützen wirksam die Übungsbesprechung. Während einer Lektion von einer Stunde fährt der Schüler ungefähr 25 km. In der Grundausbildung ist das Verhältnis von 65% Fahren im Simulator und 35% reales Fahren angestrebt. Jedermann sieht, was sich für Kostenvorteile und Umweltminderbelastungen bei höherer Ausbildungseffizienz ergeben. Die hohe Investition lohnt!

Abschliessend sollen noch spezialisierte Ausbildungsanlagen erwähnt werden, nämlich:
– die Funksäle für die Anlernstufe an den Funkgeräten;
– die Ausbildungsanlagen für das Artilleriefeuerleitsystem 83 (FARGO); das Feuerleitstellenpersonal könnte ohne sie kaum auf den nötigen Stand gebracht werden, der für die Feuerleitung als Ganzes nötig ist;
– die Ausbildungsanlage für den Artilleriewetterdienst;
– die umfassende Ausbildungsanlage für das Integrierte ArtillerieFührungs- und Feuerleitsystem (INTAFF). Sie erlaubt, Kader und Betriebspersonal im ganzen Systemverbund vom Grossen Verband (Feuerführungszentrum) hinunter bis zur Teileinheit auf ihre Aufgaben im Bereich der Artillerieeinsatzführung, der Feuerführung und der Feuerleitung vorzubereiten;
– die mobile Videoüberwachungsanlage (VUA); sie erlaubt Übungsleitern, die Arbeit der Besatzungen von im Geländeeinsatz stehenden Panzerhaubitzen mit ihrem geschlossenen, nicht direkt einsehbaren Kampfräumen, zu beobachten, Wichtiges für Übungsbesprechungen festzuhalten aber im Notfall auch direkt einzugreifen.

Aus allen Ausführungen wird etwas klar: Heute bietet der Waffenplatz Frauenfeld beste Voraussetzungen für die Ausbildung am Waffensystem Artillerie. Wahrscheinlich sind sie in den vergangenen 144 Jahren noch nie so gut gewesen! Eine besonders wesentliche Erfolgsvoraussetzung muss herausgestrichen werden. Die Stadt Frauenfeld und alle Gemeinden der Waffenplatzregion sowie der Kanton Thurgau sind den Ausbildungsanliegen immer mit Wohlwollen begegnet. Das ist nicht selbstverständlich. Sie können indessen im Gegenzug darauf zählen, dass die Verantwortlichen der Artillerie und des Waffenplatzes ihre Anliegen entgegenkommend aufnehmen. Ohne zu verschweigen, dass es auch zu Konflikten kommt, darf man von einem guten, gegenseitigen Geben und Nehmen sprechen. Es wäre es wert, in einer besonderen Publikation festzuhalten, welche und in welchem Umfang zivile Aktivitäten mit ihren Entwicklungen neben den militärischen auf dem W affenplatz zum Nutzen von allen möglich sind, ohne dass ebenso der Naturschutz im Ganzen und seine Reservate im Besonderen zu kurz kämen. Naturschutz und militärische Ausbildungstätigkeit können sich, wie hier vielfach bewiesen, gegenseitig befruchten, ja sogar bedingen. Aber das kann man bereits in anderen Veröffentlichungen nachlesen.

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„Im Ziel“

Nachwort

Wie haben Sie die vorliegende Schrift in die Hand genommen? Haben Sie hinten bei den Donatoren begonnen? Sind Sie nachher auf das Nachwort gestossen, dass bei umgekehrter Leseart für Sie plötzlich zum Vorwort geworden ist? Oder sind Sie auf das Nachwort gestossen, nachdem Sie den spannenden, reich bebilderten Streifzug durch 144 Jahre Artillerieausbildung in Frauenfeld gelesen haben?

Was waren die Beweggründe für die vorliegende Schrift? Am 28. September 2007 verlassen die letzen in Frauenfeld ausgebildeten Artillerierekruten den Waffenplatz. Nach einem kurzen Unterbruch wird die Kaserne durch Angehörige des Lehrverbandes Führungsunterstützung 30 (LVb FU 30) belegt. Auf den 01. Januar 2008 wechselt das Waffenplatzkommando Frauenfeld administrativ zur Luftwaffe. Mit diesem Datum wird die Artillerieausbildung in Frauenfeld, im wahrsten Sinne des Wortes, Geschichte. Keine weltbewegende zwar, aber eine, die sich lohnt festgehalten zu werden. Weit über hunderttausend Artilleristen aller Grade haben in Frauenfeld das artilleristische Handwerk gelernt oder weitergefestigt. Der Name Frauenfeld wird auch in den nächsten Jahren noch eng mit den ehemaligen Artillerieschulen verknüpft bleiben.

Mit dem Anlass «Goodbye Artillerie » vom 22. September 2007, einem Tag der offenen Tür, verabschieden sich die Artillerieschulen von der lokalen und regionalen Bevölkerung. Gleich-zeitig möchten wir uns für das entgegengebrachte Verständnis bedanken. Tausende von Granaten wurden Richtung Zielhang verschossen. Für einzelne Musik in den Ohren, für andere einfach nur Lärm. Dass an diesem Anlass die vorliegende Schrift der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, freut mich besonders. Die ersten Arbeiten begannen, ohne dass wir wussten wie wir diese Schrift bezahlen
sollten, geschweige denn, wie wir uns dem Autor gegenüber erkenntlich zeigen könnten.

Ich danke dem Autor, Mario Domenico Fanconi, pensionierter Instruktionsoffizier der Artillerie, für seine grosse Arbeit. Er hat es verstanden, in der knapp zur Verfügung stehenden Zeit, ein interessantes Zeitdokument zu verfassen. Ermutigt bei der Arbeit haben uns die unkomplizierte Zusicherung der Kostenübernahme durch verschiedene Donatoren. Stabsadjutant Kurt Sieber ist es gelungen die Kosten tief zu halten und den vorgegebenen Zeitplan einzuhalten. Ein genereller Dank gebührt all jenen, die im Hintergrund zum guten Gelingen beigetragen haben, aber nicht einzeln erwähnt sind.

Möge mit dieser Schrift eine kleine Artillerieflamme in Frauenfeld weiterbrennen und an «144 Jahre Artillerieausbildung in Frauenfeld» erinnern.

Kommandant Artillerie Ausbildungszentrum Ost, Waffenplatz Frauenfeld
Oberst i Gst Hans Schärer

Kommandanten

Dieses Verzeichnis umfasst den Zeitraum von 1951 bis 2007. In dieser Zeit sind unter verschiedenen Bezeichnungen nachgewiesen:
• das Waffenplatzkommando;
• das Kommando Artillerie Ausbildungszentrum Ost von 2004 bis 2007;
• Mit der Einführung der Armee XXl per 01.01.2004 werden neu verschiedene Aufgaben und Tätigkeiten im Kommando AAZ Ost zusammengefasst. Es sind dies alle bisherigen Aufgaben des Waffenplatzkommandos, die gesamte Raupenfahrausbildung der Artillerie, die Bedienung der auf dem Waffenplatz vorhandenen Simulatoren, die gesamte EDV-Unterstützung, ein neu gebildetes Verpflegungszentrum, die Ausbildung einer Transportkompanie mit Aussenstandort Bronschhofen sowie die Unterstützung der in Frauenfeld stationierten Wiederholungskursen. Das Kommando AAZ Ost umfasst 38 militärische und zivile Mitarbeiter. Mit dem Wegzug der Artillerie aus Frauenfeld wird dieses Kommando per 01.01.2008 wieder in ein Waffenplatzkommando zurückverwandelt.
• das Kommando einer Rekrutenschule, die meist zweimal, seit 2004 dreimal jährlich stattfindet und im Wesentlichen alle Funktionen für die Artillerieabteilungen ausbildet. Diese Schule wird umgangssprachlich oft als „Grosse Schule“ bezeichnet.
• zeitweilig, von 1961 bis 1992 durchgehend, das Kommando einer zweiten Re-krutenschule, die vorerst einmal, dann zweimal im Jahr durchgeführt wird. Sie bildet mehrheitlich das Personal für die Stabsbatterien der Artillerieregimenter bzw. die Artilleriezüge in den Divisionsstabskompanien aus, also Wetterzüge, Übermittlungspersonal, Motorfahrer und, solange es sie gegeben hat, Telemetriezüge sowie Artilleriefotogruppen. Zur Unterscheidung von der anderen Rekrutenschule wird sie „Kleine Schule“ oder „Spezialistenschule“ genannt.
• das Kommando der Artillerieoffiziersschule.

Waffenplatzkommandanten

 

1951 Oberst Gross Ernst
1952 bis 1960 Oberst Sallenbach Ludwig
1961 bis 1968 Brigadier Sallenbach Ludwig
1969 Oberst Baudenbacher Hans-Jürg
1970 Oberst i Gst Wächter Hans
1971 bis 1975 Oberst Wächter Hans
1976 bis 1983 Oberst Carnier Alois
1984 und 1985 Oberst i Gst Hofstetter Edwin
1986 und 1987 Oberst i Gst Tiefenbacher Hans
1988 bis 1997 Oberst i Gst Hofmann Willi
1998 bis 2003 Oberst i Gst Fanconi Mario Domenico

 

Die Tätigkeit als Waffenplatzkommandant ist nie ein eigentliches Vollamt gewesen. Die Kommandanten haben immer noch weitere Aufgaben wie Stellvertretungen, Lehraufgaben in der höheren Kaderausbildung, Mitarbeit oder Leitung von besonderen Arbeitsgruppen usw. erfüllt.

Kommandant Artillerieausbildungszentrum Ost

2004 bis 2007 Oberst i Gst Schärer Hans

 

Kommandanten „Grosse Rekrutenschule“

Art RS 1, 7 und 11

1951 1 Oberst Dreiss Wolfgang
11 Oberst Dreiss Wolfgang und Oberst Bachofner Hans
1952 1 Oberst Dreiss Wolfgang
7 Oberst Dreiss Wolfgang und Oberst von Sprecher Jörg

Art RS 25/225

1953 25 Oberst Dreiss Wolfgang
1954 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberst Dreiss Wolfgang
1955 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberst Gygli Paul
1956 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberst Gygli Paul
1957 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberst Dreiss Wolfgang
1958 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberst Dreiss Wolfgang
1959 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberstlt Schaefer Karl Heinz
1960 25 Oberst Dreiss Wolfgang
225 Oberst Schaefer Karl Heinz
1961 25 Oberst Schaefer Karl Heinz
225 Oberst Dreiss Wolfgang
1962 25 Oberst Baudenbacher Hans-Jürg
225 Oberst Baudenbacher Hans-Jürg
1963 25 Oberst i Gst Bietenholz Ferdinand
225 Oberst Baudenbacher Hans-Jürg
1964 25 Oberstlt i Gst Ruh Hans
225 Oberst Baudenbacher Hans-Jürg
1965 25 Oberstlt Ruh Hans
225 Oberstlt i Gst Aebi Ulrich
1966 25 Oberst i Gst Aebi Ulrich
225 Oberst Ruh Hans
1967 25 Oberst i Gst Aebi Ulrich
225 Oberst Burgunder Peter
1968 25 Oberst i Gst Wächter Hans
225 Oberst i Gst Wächter Hans
1969 25 Oberst i Gst Wächter Hans
225 Oberst i Gst Wächter Hans und Oberst Diday Jean-Louis
1970 25 Oberst Wächter Hans
225 Oberst Wächter Hans
1971 25 Oberstlt Carnier Alois
225 Oberst Küttel Hans Georg
1972 25 Oberst Carnier Alois
225 Oberst Küttel Hans Georg
1973 25 Oberst Carnier Alois
225 Oberst Hofstetter Edwin
1974 25 Oberst Hofstetter Edwin
225 Oberst Carnier Alois
1975 25 Oberst i Gst Lauener Johannes
225 Oberst Carnier Alois
1976 25 Oberst i Gst Lauener Johannes
225 Oberst i Gst Lauener Johannes
1977 25 Oberst Graf Kurt
225 Oberst Graf Kurt
1978 25 Oberst Graf Kurt
225 Oberst Graf Kurt
1979 25 Oberst Graf Kurt
225 Oberst Graf Kurt
1980 25 Oberst Graf Kurt
225 Oberst Graf Kurt

Art RS 33/233

1981 33 Oberst Tiefenbacher Hans
233 Oberst Tiefenbacher Hans
1982 33 Oberst Tiefenbacher Hans
233 Oberst Tiefenbacher Hans

Art RS 32/232

1983 32 Major Hofmann Willi
232 Major Hofmann Willi
1984 32 Major Hofmann Willi
232 Major Hofmann Willi
1985 32 Oberstlt i Gst Hofmann Willi
232 Oberstlt i Gst Hofmann Willi
1986 32 Oberstlt i Gst Hofmann Willi
232 Oberstlt i Gst Hofmann Willi
1987 32 Oberst i Gst Hofmann Willi
232 Oberst i Gst Hofmann Willi
1988 32 Oberst i Gst Nägeli Peter
232 Oberst i Gst Nägeli Peter
1989 32 Oberst i Gst Nägeli Peter
232 Oberst i Gst Nägeli Peter
1990 32 Oberst i Gst Fanconi Mario Domeni-co
232 Oberst i Gst Fanconi Mario Domeni-co
1991 32 Oberst i Gst Fanconi Mario Domeni-co
232 Oberst i Gst Fanconi Mario Domeni-co
1992 32 Oberst i Gst Koller Adolf
232 Oberst i Gst Koller Adolf
1993 32 Oberst i Gst Koller Adolf
232 Oberst i Gst Wanner Peter
1994 32 Oberst i Gst Wanner Peter
232 Oberst i Gst Wanner Peter
1995 32 Oberst i Gst Wanner Peter
232 Oberst i Gst Wanner Peter
1996 32 Oberst i Gst Wüthrich Hans Peter
232 Oberst i Gst Wüthrich Hans Peter
1997 32 Oberst i Gst Wüthrich Hans Peter
232 Oberst i Gst Wüthrich Hans Peter
1998 32 Oberst i Gst Wüthrich Hans Peter
232 Oberst i Gst Spiess Walter
1999 32 Oberst i Gst Spiess Walter
232 Oberst i Gst Spiess Walter
2000 32 Oberst i Gst Schärer Hans
232 Oberst i Gst Schärer Hans
2001 32 Oberst i Gst Schärer Hans
232 Oberst i Gst Schärer Hans
2002 32 Oberst i Gst Schärer Hans
232 Oberst i Gst Schärer Hans
2003 32 Oberst i Gst Schärer Hans
232 Oberst i Gst Schärer Hans

Art RS 30

2004 30 Oberst i Gst Scioli Ennio
2005 30 Oberst i Gst Scioli Ennio
2006 30/1+2 Oberst i Gst Scioli Ennio
30/3 Oberst Büchler Martin
2007 30 Oberst Büchler Martin

Kommandanten „Kleine Rekrutenschule“

Art RS 6, 7 und 225

1951 7* Oberst Sallenbach Ludwig
1952 6* Major Curti Walter
1953 225* Oberstlt Curti Walter

*In diesen Schulen sind neben Verm-, Wetter-, und Foto-Rekruten auch Rekruten der schweren Minenwerfer (Waffe: 12 cm Sch Mw 41) ausgebildet worden.

Art RS 24/224

1961 24 Oberstlt i Gst Bietenholz Ferdinand
1962 24 Oberst i Gst Bietenholz Ferdinand
1963 24 Oberst Bietenholz Ferdinand
1964 24 Oberslt i Gst Wächter Hans
1965 24 Oberstlt i Gst Wächter Hans
1966 24 Oberst i Gst Wächter Hans
1967 24 Oberst i Gst Wächter Hans
1968 24 Oberst i Gst Wächter Hans
1969 24 Major Graf Kurt
1970 24 Major Graf Kurt
1971 24 Major Graf Kurt
1972 24 Oberst Küttel Hans Georg
1973 24 Oberst Küttel Hans Georg
1974 24 Oberst i Gst Küttel Hans Georg
1975 24 Oberst Ammann Hans Rudolf und Oberstlt i Gst Graf Kurt
1976 24 Oberst Graf Kurt
1977 24 Oberst Carnier Alois
1978 24 Oberst Carnier Alois
224 Oberst Carnier Alois
1979 24 Oberst Carnier Alois
224 Oberstlt Tiefenbacher Hans
1980 24 Oberst Tiefenbacher Hans
224 Oberst Carnier Alois

Art RS 37/237

1981 37 Oberstlt i Gst Doerig Marcel
237 Oberstlt i Gst Doerig Marcel
1982 37 Oberst Doerig Marcel
237 Oberst Doerig Marcel
1983 37 Oberst Doerig Marcel
237 Oberst Doerig Marcel
1984 37 Oberst i Gst Doerig Marcel
237 Oberst i Gst Doerig Marcel
1985 37 Oberst i Gst Doerig Marcel
237 Oberst Doerig Marcel
1986 37 Oberst Doerig Marcel
237 Oberstlt i Gst Naegeli Peter
1987 37 Oberstlt i Gst Naegeli Peter
237 Oberstlt i Gst Naegeli Peter
1988 37 Oberstlt i Gst Loppacher Heinz
237 Oberstlt i Gst Loppacher Heinz
1989 37 Oberst i Gst Loppacher Heinz
237 Oberst i Gst Loppacher Heinz
1990 37 Oberst i Gst Loppacher Heinz
237 Oberst i Gst Loppacher Heinz
1991 37 Oberst i Gst Loppacher Heinz
237 Oberst i Gst Loppacher Heinz
1992 37 Oberstlt i Gst Wanner Peter
237 Oberstlt i Gst Wanner Peter

Sind für die gleiche Schule zwei Kommandanten angegeben, hat ein Kommandowechsel stattgefunden. Normalerweise fand ein solcher Wechsel statt, wenn der neue Kommandant über einen Monat die Schule zu führen und zu beenden hatte. Für kürzere Abwesenheiten sind Kommandant-Stellvertreter bezeichnet gewesen.

Kommandanten Artillerieoffiziersschule

Art OS 1

1951 Oberst Gross Ernst
1952 Oberst Sallenbach Ludwig
1953 Oberst Sallenbach Ludwig
1954 Oberst Sallenbach Ludwig
1955 Oberst Sallenbach Ludwig
1956 Oberst Sallenbach Ludwig
1957 Oberst Sallenbach Ludwig
1958 Oberst Sallenbach Ludwig
1959 Oberst Sallenbach Ludwig
1960 Oberst Sallenbach Ludwig
1961 Brigadier Sallenbach Ludwig
1962 Oberst Dreiss Wolfgang
1963 Oberst Dreiss Wolfgang
1964 Oberst Dreiss Wolfgang
1965 Oberst Dreiss Wolfgang
1966 Oberst Dreiss Wolfgang
1967 Oberst Dreiss Wolfgang
1968 Oberst Dreiss Wolfgang
1969 Oberst Dreiss Wolfgang
1970 Brigadier Ruh Hans

Art OS 3

1971 Oberst Wächter Hans
1972 Oberst Wächter Hans
1973 Oberst Wächter Hans
1974 Oberst Wächter Hans
1975 Oberst Wächter Hans
1976 Brigadier Küttel Hans Georg
1977 Oberst Ammann Hans Rudolf
1978 Oberst Ammann Hans Rudolf
1979 Oberst Hofstetter Edwin
1980 Oberst Hofstetter Edwin
1981 Oberst Hofstetter Edwin
1982 Oberst Hofstetter Edwin
1983 Oberst i Gst Hofstetter Edwin
1984 Oberst i Gst Hofstetter Edwin
1985 Oberst i Gst Hofstetter Edwin
1986 Oberst i Gst Tiefenbacher Hans
1987 Oberst i Gst Tiefenbacher Hans
1988 Oberst i Gst Tiefenbacher Hans
1989 Oberst i Gst Rauch Andrea
1990 Oberst i Gst Rauch Andrea
1991 Brigadier Rauch Andrea
1992 Oberst i Gst Fanconi Mario Domenico
1993 Oberst i Gst Fanconi Mario Domenico
1994 Oberst i Gst Koller Adolf
1995 Oberst i Gst Koller Adolf
1996 Oberst i Gst Koller Adolf
1997 Oberst i Gst Koller Adolf
1998 Oberst i Gst Lüthi Peter
1999 Oberst i Gst Lüthi Peter
2000 Oberst i Gst Lüthi Peter
2001 Oberst i Gst Lüthi Peter
2002 Oberst i Gst Lüthi Peter
2003 Oberst i Gst Lüthi Peter

Art Kader Schule 32

2004 Oberst i Gst Lüthi Peter
2005 Oberst i Gst Lüthi Peter
2006 Oberst i Gst Spiess Walter

Am 1. Juni 2006 ist die Art Kader S 32 im Rahmen der Zusammenlegung der Kaderausbildung im LVb Pz/Art im Kdo Pz/Art Kader S 22 mit Standort Thun aufgegangen.

Quellen

Der Verfasser hat selbstverständlich viele Quellen benutzt. Da es sich jedoch um keine wissenschaftliche Arbeit handelt, sind keine Anmerkungen angegeben. Die nachfolgende Liste zeigt die benutzte Literatur auf. Zudem ist beim Autor eine Liste mit den genauen Zitaten verfügbar.

Bücher und Berichte

Walter Betschmann, Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817, Artillerie I, Geschütze der Artillerie ohne mechanischen Rohrrücklauf, Dietikon-Zürich 1980

Walter Stutz, Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817, Artillerie II, Rohr-rücklaufgeschütze der Artillerie und schweren Fliegerabwehr, Dietikon-Zürich 1977

Karl Brunner, Heereskunde der Schweiz, Zürich 1938

Beat Gnädinger / Gregor Spuhler, Frauenfeld, Geschichte einer Stadt im 19. und 20. Jahr-hundert, Frauenfeld 1996

A. Kindler, Oberstleutnant, Die schweizerische Armee in Bildern, Zürich 1905

Hans Rudolf Kurz, Die Geschichte der Schweizer Armee, Frauenfeld 1985

Hans-Peter Wüthrich (Herausgeber), Mark A. Saxer, „Schiessen beendet – Auftrag mit Ihnen erfüllt!“ Das Artillerieregiment 12 von seinen Wurzeln bis zu seiner Auflösung 1999, Zürcher Oberland Buchverlag, ohne Jahrgang

Erinnerung an die Thurgauische Feld-Haubitz Batterie 83, Pfäffikon ZH, ohne Jahrgang

Abteilung für Artillerie, Aktivdienst 1939 – 1945, Bericht der Abteilung für Artillerie an den Chef Ausbildung, Bern 15.9.1945 (Vervielfältigung)

Stab der Gruppe für Ausbildung, Amt für Bundesbauten (Herausgeber), Ausbau des Waffenplatzes Frauenfeld für die mechanisierte Artillerie, 100 Jahre eidgenössischer Waffenplatz Frauenfeld, Bern 1986

VBS Bundesamt für Betriebe des Heeres, Abteilung Infrastruktur und Umwelt, Bern (Heraus-geber), Waffenplatz Frauenfeld, Kaserne Auenfeld, Frauenfeld 2001

Waffenplatzkommando Frauenfeld (Herausgeber), Hundert Jahre Waffenplatz Frauenfeld, Frauenfeld 1965

Walter Vogel, Brücken, Stege und Wehre der Murg von Murkart bis zur Thur, Flyer Stadt Frauenfeld, 2004

Wehr und Waffen, Eine Schrift zur Vertiefung des Wehrgedankens, Genf 1935

CXCV Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft, Artillerie-Kollegium in Zürich, auf das Jahr 2004: Christoph Ebnöther, Die Geschichte des Artillerieregiments 6 von 1951 bis 2003, Zürich 2003

CXCVI Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft, Artillerie-Kollegium in Zürich, auf das Jahr 2005, Henri Habegger, Artillerie-Schiessausbildungsgeräte, Vom Baranoff-Apparat zum Artillerie-Simulator 77

CXCVIII Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft, Artillerie-Kollegium in Zürich, auf das Jahr 2007: Oberst a.D. Alfred Nyffeler, Von den Tätigkeiten im Stellungsraum im Wandel der letzten 50 Jahre oder vom langsamen und ungenauen Schiessen zum schnellen und genauen Wirkungsschiessen, Zürich 2006

Zeitschriften

Schweizerische Zeitschrift für Artillerie und Genie, XXIV Jg., 1890, Nr. 1

Schweizerische Zeitschrift für Artillerie und Genie, XXXVI Jg., 1900, Nr. 7

Der Schweizer Artillerist, 4. Jg., 1925, Nr. 2 und Nr. 8
Reglemente und Merkblätter

Dienstreglement für die schweizerischen Truppen 1900/1908 (Bundesratsbeschluss vom 23. Januar 1900 und 23. Oktober 1908; bereinigter Nachdruck 1928)

Schweizerische Armee, Allgemeine Vorschriften, Dienstreglement 1933 (Vom schweizerischen Bundesrat genehmigt den 25. November 1932)

Schweizerische Armee, Regl 51.2 Dienstreglement 1954 (Vom schweizerischen Bundesrat genehmigt den 13, Juli 1954)

Schweizerische Armee, Regl 51.2 Dienstreglement (DR 67) vom 31. Oktober 1967

Schweizerische Armee, Regl 51.2 Dienstreglement (DR 80) gültig ab 1. Januar 1980

Schweizerische Armee, Regl 51.2 Dienstreglement (DR 95) gültig ab 1. Januar 1995

Schweizer Armee, Dienstreglement (DR 04), gültig ab 1. März 2004

Schweizerische Armee, Regl 51.18 Ausbildungsmethodik, gültig ab 1. August 1968

Eidgenössische Armee, Anleitung für die Vorbereitung und Durchführung des Schiessens der Artillerie, 1927

Schweizerische Armee, Artillerie-Reglement IV Die 10.5 cm Haubitze 42 und 46, vom EMD genehmigt am 4. Januar 1949

Schweizerische Armee, Reglement 55.41 Die 10.5 cm Haubitze 1946, gültig ab 1. Januar 1979

Schweizerische Armee, Reglement 55.7 Die 15 cm Schwere Haubitze 1942 L28, gültig ab 1. März 1966

Schweizerische Armee, Artillerie-Reglement X 10.5 cm Schwere Motor-Kanonen, vom Oberbefehlshaber am 4. August 1942 genehmigt

Schweizerische Armee, Reglement 55.42 Die 10.5 cm Kanone 1935, gültig ab 1. Januar 1979

Schweizerische Armee, Reglement 55.46 (Probeausgabe) Die 10.5 cm Kanone 1935, gültig ab 1. Juli 1988

Schweizerische Armee, Reglement 55.40/I Panzerhaubitze M109 KAWEST Betriebsanlei-tung, gültig ab 1. Mai 1998, Stand am 1. Januar 2003

Schweizerische Armee, Reglement 55.47/I Panzerhaubitze M109 Betriebsanleitung, gültig ab 1.März 1999

Schweizerische Armee, Reglement 65.203 Tabellenheft für Bogenschusswaffen, gültig ab 1. Januar 2001

Bundesamt für Unterstützungstruppen, Art OS 1 / Projekte, Das Schiesskommandantenfahr-zeug, Juni 2000

Bundesamt für Unterstützungstruppen, Art OS 1 / Projekte, Die Zielvermessungs- und Beo-bachtungsausrüstung (ZVBA) mot SKdt, Juni 2000

Schweizer Armee, Kommandant Lehrverband Artillerie 1, Dokumentation 55.15, Kleine Do-kumentation Artillerie, gültig ab 1. Januar 2004
Befehle

Kdo LVb Pz/Art (Archiv), Instruktorenverteilung bzw. Dienstleistungsplan 1951 – 2007

Kdt Art RS 30, Befehl für die Ausbildung vom 20.03.07

Kdt Art RS 32/232, Befehl für die Ausbildung vom 15.01.91

Kdt Art RS 33/233, Befehl für die Ausbildung, 1982

Kdt Art RS 25/225, Befehl für die Ausbildung, 1978

 

Donatoren

Lotteriefonds Kanton Thurgau
MOWAG GmbH, 8280 Kreuzlingen
RUAG Electronics, 3000 Bern 22
Thaurgauische Winkelriedstiftung
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Autor: Oberst i Gst a D Mario Domenico Fanconi
Redaktion: Stabsadjutant Kurt F. Sieber
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